Daß die Beiden sterben mußten? Was liegt daran! Glauben Sie mir: jetzt ist ihnen wohler.“
„Sie sind also fest überzeugt, daß es ein Leben nach dem Tode gibt?“ fragte Pfeill. — — „Allerdings, ich glaube ja selbst daran“ — setzte er leise hinzu.
„Gewiß bin ich davon überzeugt. Natürlich ist das Paradies kein Ort, sondern ein Zustand; das Leben auf Erden ist doch auch nur ein Zustand.“
„Und — und sehnen Sie sich danach?“
„N — Nein.“ Swammerdam zögerte, als rede er ungern über dieses Thema.
Der alte Diener mit der maulbeerfarbenen Livree meldete, der gnädige Herr werde ans Telephon gebeten. — Sephardi stand auf und verließ das Zimmer.
Sofort fuhr Swammerdam in seiner Rede fort — Pfeill begriff, daß sie nicht für die Ohren Sephardis bestimmt war:
„Die Frage mit dem Paradies ist ein zweischneidiges Schwert. Man kann damit so manchen unheilbar verwunden, wenn man ihm sagt, daß drüben nur Bilder sind.“
„Bilder? Wie meinen Sie das?“
„Ich will es Ihnen an einem Beispiel erklären. Meine Frau — Sie wissen, sie ist vor vielen Jahren gestorben — hat mich unendlich lieb gehabt — und ich sie; — jetzt ist sie ‚drüben‘ und träumt, ich sei bei ihr.