„Es ist nicht mehr so schlimm wie früher, höre ich, nur eine einzige, allerdings sehr üble Matrosenschenke ‚Zum Prins van Oranje‘ ist noch vorhanden; sonst leben nur harmlose, arme Handwerker in der Gegend.“
„Auch ein greiser Sonderling mit seiner Schwester, ein verrückter Schmetterlingssammler namens Swammerdam, der sich in freien Stunden einbildet, der König Salomo zu sein. Wir sind bei ihm zu Gast geladen,“ fiel die junge Dame fröhlich ein; „meine Tante, ein Fräulein de Bourignon, verkehrt täglich dort. — Nun — was sagen Sie jetzt, was für vornehme Beziehungen ich habe? — Um Irrtümern vorzubeugen: sie ist nämlich eine ehrwürdige Stiftsdame aus dem Béginenkloster und von überschäumender Frömmigkeit.“
„Was?! Der alte Jan Swammerdam lebt noch?“ rief Baron Pfeill lachend, „der muß doch schon neunzig Jahre alt sein? Hat er immer noch seine zweifingerdicken Gummisohlen?“
„Sie kennen ihn? Was ist das eigentlich für ein Mensch?“ fragte Fräulein van Druysen lustig erstaunt. „Ist er wirklich ein Prophet, wie meine Tante behauptet? Bitte, erzählen Sie mir doch von ihm.“
„Mit Vergnügen, wenn’s Ihnen Spaß macht, mein Fräulein. Nur muß ich mich ein wenig eilen und quasi jetzt schon Abschied von Ihnen nehmen, sonst versäume ich abermals meinen Zug. Jedenfalls Adieu im Voraus. Aber Sie dürfen nichts Unheimliches oder dergleichen erwarten — die Sache ist lediglich komisch.“
„Umso besser.“
„Also: Ich kenne Swammerdam seit meinem vierzehnten Jahr, — später verlor ich ihn natürlich aus den Augen.
Ich war damals ein fürchterlicher Lausbub und betrieb alles, das Lernen selbstverständlich ausgenommen, wie ein Besessener. Unter anderem den Terrariensport und das Insektensammeln.
Wenn’s wo einen Ochsenfrosch oder eine asiatische Kröte von Handkoffergröße in einem Naturaliengeschäft gab, schon daß ich sie besaß und in großen heizbaren Glaskästen bändigte.
Nachts war ein Gequake, daß in den Nachbarhäusern die Fenster klirrten.