Auf dem kahlen Schädel trug er eine Krone, zackig aus Goldpapier geschnitten.

In der Kammer roch es sauer nach Leder.

Wie das haßerfüllte Zyklopenauge eines mit dem Leib in der Dunkelheit verborgenen Ungeheuers glomm die gläserne Schusterkugel im Raum und warf ihren Schein auf einen Haufen Zehnguldenstücke, die vor dem Propheten lagen.

Eva, Sephardi und die Angehörigen des geistigen Kreises waren an der Wand stehen geblieben und warteten.

Keiner wagte sich zu rühren; ein Bann hatte sich auf alle gelegt.

Die Blicke des Kommis hingen stier an dem Glanz der Münzen.

Zögernd krochen die Minuten in lautloser Stille, als wollten sie sich zu Stunden dehnen, — eine Motte schwirrte aus der Finsternis, kreiste als weißer Funken um das Licht der Kerze und verbrannte knisternd in der Flamme.

Unbeweglich, wie aus Stein gehauen, starrte der Prophet in die gläserne Kugel, den Mund offen, die Finger über den Goldstücken verkrampft, und schien auf Worte zu lauschen, die aus weiter Ferne zu ihm kamen.

Ein dumpfer Lärm, der von der Hafenschenke auf der Gasse plötzlich heraufdrang und sogleich erstarb, als habe jemand das Haustor unten geöffnet und wieder zugeschlagen, glitt durchs Zimmer und erstickte in der Luft.

Wieder Totenstille.