[Fortsetzung des berühmten Werkes: Die Purpurschnecke.]

„Wahrhaftig, man glaubt die ‚Grundlage des zwanzigsten Jahrhunderts‘ vor sich zu haben: außen brummliges Gelehrtengetue und innen — der Schrei nach Geld oder Weibern,“ brummte er vergnügt und lachte dann laut hinaus.

Nervös fuhr der eine der beiden wohlbeleibten Handelsherren von seinem Guckkasten empor (der andere, der Holländer, ließ sich nicht stören), murmelte verlegen etwas von „wunnerschoenen Sstädteansichten“ und wollte sich schnell entfernen, nach Kräften bestrebt, seinem durch den überstandenen optischen Genuß ein wenig ins Schweinskopfartige zerflossenen Gesichtsausdruck wieder das altgewohnte Gepräge des unentwegt auf geradlinig strenge Lebensauffassung gerichteten Edelkaufmanns zu verleihen, da leistete sich der satanische Versucher aller Schlichtgesinnten in Gestalt eines hämischen Zufalls, aber fraglos in der Absicht, die Seele des Biedermanns nicht länger im Unklaren zu lassen, in welch frivoler Umgebung sie sich befand, einen höchst unziemlichen Scherz:

Durch eine allzueilige Flatterbewegung beim Anziehen des Mantels hatte der Handelsherr mit dem Ärmel das Pendel einer großen Wanduhr in Bewegung gesetzt, und sofort fiel eine mit trauten Familienszenen bemalte Klappe herunter; nur erschien statt des zu erwartenden Kuckucks der wächserne Kopf nebst spärlich bekleidetem Oberleib einer über die Maßen frechblickenden Frauensperson und sang zum feierlichen Glockenklang der zwölften Stunde mit verschleimter Stimme:

„Tischlah sejen

ganz verwejen,

hobeln flott drauf los;

fein und glatt

wird das Blatt — — —“