Viele sind, die mein Gesicht gesehen haben, aber sie wissen nicht, daß es die zweite Geburt bedeutet, darum mag es sein, daß sie das ewige Leben jetzt nicht finden.
Noch einmal wird der Tod zu dir kommen, ehe du durch die schmale Pforte schreitest, — und vorher die Taufe mit Feuer als brennendes Bad des Schmerzes und der Verzweiflung.
Du hast es selbst so gewollt.
Dann aber wird deine Seele in das Reich, das ich dir bereitet habe, eingehen, so wie ein Vogel aus seinem Kerker fliegt ins ewige Morgenrot.“ —
Klinkherbogk sah, daß das Antlitz des Mannes aus grünem Golde war und den ganzen Himmel erfüllte, und er erinnerte sich einer Zeit, da er als junger Mensch, um denen den Pfad ebnen zu helfen, die nach ihm kämen, im Gebet ein Gelübde getan hatte, er wolle keinen Schritt mehr vorwärts gehen auf dem geistigen Wege, es sei denn, daß der Herr des Schicksals die Bürde einer ganzen Welt auf ihn lege.
Der Mann verschwand.
Klinkherbogk stand in tiefer Finsternis und hörte ein donnerndes Rollen, das langsam verblaßte, bis es nur mehr klang, als rassele in weiter Ferne ein Wagen über holpriges Pflaster. Allmählich kam er zu sich, das Traumbild in seinem Gedächtnis verblich und er sah, daß er in seiner Dachkammer war und — eine blutige Ahle in der Hand hielt.
Der Docht der herabgebrannten Kerze kämpfte mit dem Verlöschen und der flackernde Schein ließ das Gesicht der kleinen Katje, die erstochen auf dem zerschlissenen Divan lag, fahl aus der Dunkelheit aufzucken.
Der Wahnwitz einer grenzenlosen Verzweiflung fiel über Klinkherbogk her.
Er wollte sich die Ahle in die Brust stoßen, — die Hand gehorchte ihm nicht. Er wollte aufbrüllen wie ein Tier, — ein Krampf hatte seine Kinnlade gepackt und er konnte den Mund nicht öffnen, — er wollte sich den Schädel an der Wand zerschmettern, — seine Füße taumelten, als wären sie in den Gelenken zerbrochen.