Er fühlte, daß es nicht von dem Manuskript ausging, auch nicht mit dem abermaligen Hereinspielen des Namens Chidher Grün in Zusammenhang stand; — es war das plötzliche, tiefe Mißtrauen gegen sich selbst, das ihm bei hellem Tage den Boden unter den Füßen wegzog.
Rasch beendete er seine Toilette und klingelte.
„Sagen Sie mal, Frau Ohms,“ fragte er die alte Haushälterin, die ihm seine Junggesellenwirtschaft führte, als sie das Frühstück auf den Tisch stellte, „wissen Sie zufällig, wer früher hier gewohnt hat?“
Die Alte dachte eine Weile nach.
„Gehört hat das Haus vor vielen Jahren, so weit ich mich erinnern kann, einem bejahrten Herrn, der, wenn ich mich nicht irre, sehr reich und ein Sonderling gewesen sein soll. Später stand es lange leer und ging dann in den Besitz der Waisengelderverwaltung über, Mynheer.“
„Und haben Sie keine Ahnung, wie er geheißen hat und ob er noch lebt?“
„Kann leider nicht dienen, Mynheer.“
„Gut, ich danke.“
Hauberrisser machte sich daran, die Rolle nochmals durchzulesen.
Der erste Teil des Manuskriptes behandelte, wie er bald erkannte, einen Rückblick des Verfassers und schilderte in kurzen, abgerissenen Sätzen das Schicksal eines Menschen, der vom Unglück verfolgt, alles nur Erdenkliche versucht hatte, um sich eine lebenswerte Existenz zu schaffen. Aber jedesmal waren seine Bemühungen im letzten Augenblick gescheitert. — Wieso er später, gewissermaßen über Nacht, zu großen Reichtümern gelangt war, ließ sich nicht ersehen, da ein paar Bogen fehlten.