Der Mann, der die Königin wieder eingefangen hatte und mit ihr den ganzen Schwarm, erschien ihm wie ein Gleichnis.

„Ist mein Körper etwas anderes als ein wimmelndes Heer lebendiger Zellen,“ sagte er sich, „die sich nach vererbter Gewohnheit von Jahrmillionen um einen verborgenen Kernpunkt drehen?“

Er ahnte einen geheimnisvollen Zusammenhang zwischen dem Vorgang, den er gesehen, und den Gesetzen der innern und äußern Natur und begriff, wie zauberhaft schimmernd die Welt vor ihm wieder auferstehen müßte, wenn es ihm gelingen sollte, auch die Dinge in einem neuen Licht zu betrachten, die der Alltag und die Gewohnheit ihrer Sprache beraubt hatten.

Siebentes Kapitel

Der Wagen bog in das Villenviertel von Hilversum ein und fuhr geräuschlos durch eine Lindenallee in den Park, der das in der Sonne weiß schimmernde Landhaus Buitenzorg umgab.

Baron Pfeill stand auf der Freitreppe und kam freudig herunter gelaufen, als er Hauberrisser aussteigen sah.

„Famos, daß du gekommen bist, alter Kranich; ich fürchtete schon, meine Depesche hätte dich in deiner häuslichen Tropfsteingrotte nicht mehr angetroffen. — Ist dir etwas passiert? Du siehst so versonnen aus. — Übrigens: Gott lohne es dir, daß du mir den wundervollen Grafen Ciechoñski geschickt hast; er ist eine Labsal in dieser trostlosen Zeit.“ — Pfeill war so gut aufgelegt, daß er seinen Freund, der heftig protestierte und ihn über den Hochstapler aufklären wollte, gar nicht zu Wort kommen ließ. „Heute morgen machte er mir seine Aufwartung und ich habe ihn natürlich über Mittag dabehalten. — Wenn ich nicht sehr irre, fehlt bereits ein Paar silberner Löffel. — — Er hat sich bei mir eingeführt — — —“

„als Patenkind Napoleons des Vierten?“

„Ja. Natürlich. Aber außerdem unter Berufung auf dich!“

„So eine Frechheit!“ rief Hauberrisser wütend. „Den Kerl muß man ja in den Boden hinein ohrfeigen.“