Hauberrisser ergriff die dargebotene Hand und küßte sie.

„Ich bitte Sie nicht einmal, Eva, — seien Sie mir nicht böse, daß ich Sie mit dem Vornamen nenne, — Sie möchten in Amsterdam bleiben und nicht reisen. Es wird das erste Opfer sein, das ich bringe, daß ich Sie am selben Tage noch verliere, wo ich Sie — — —“

„Wollen Sie mir den ersten Beweis Ihrer Freundschaft geben?“ unterbrach Eva schnell; „dann reden Sie jetzt nicht mehr von mir. Ich weiß, daß es weder Höflichkeit noch leere Form ist, die Ihnen die Worte, die Sie sagen wollen, eingibt, — aber, bitte, beenden Sie den Satz nicht. Ich möchte, daß — die Zeit uns belehren soll, ob wir einander mehr sein werden als Freunde.“ — —

Baron Pfeill war aufgestanden, als Hauberrisser zu sprechen begonnen hatte, und wollte unauffällig, um die beiden nicht zu stören, das Zimmer verlassen. Da er sah, daß ihm Sephardi nicht folgen konnte, ohne dicht an ihnen vorüber zu gehen, trat er an das runde Ecktischchen neben der Tür und griff nach dem Zeitungsblatt.

Ein Ausruf der Bestürzung entfuhr ihm, nachdem er die ersten Zeilen durchflogen hatte:

„Am Zee Dyk ist heute nacht ein Mord geschehen!“ —

Laut und die nebensächlichen Stellen eilig überspringend, las er den andern, die erschreckt aufhorchten, vor:

Der Täter bereits entdeckt.

Wir bringen zu unserm Bericht in der Mittagsausgabe nachträglich folgendes:

Als der am Zee Dyk wohnhafte Privatgelehrte Jan Swammerdam noch vor Tagesanbruch die von ihm aus bisher unaufgeklärten Gründen von außen abgeschlossene Dachkammer Klinkherbogks aufsperren wollte, fand er sie halb offen stehen und erblickte beim Betreten des Zimmers die blutüberströmte Leiche der ermordeten kleinen Katje. Der Schuster Anselm Klinkherbogk war verschwunden, ebenso eine größere Summe Geldes, die er nach Aussage Swammerdams noch am Abend besessen hatte.