Eine verborgene Bedeutung lag in seiner Rede, fühlte ich. Auch der Marionettenspieler schien es unterbewußt zu empfinden, — er wurde still und eine Zeitlang sprach keiner von uns ein Wort.

„Hören Sie mal, Rabbi —, verzeihen Sie: ‚Herr Hillel‘, wollte ich sagen,“ — fing Zwakh nach einer Weile wieder an, und seine Stimme klang auffallend ernst, „ich wollte Sie schon lange etwas fragen. Sie brauchen mir ja nicht drauf zu antworten, wenn Sie nicht mögen, oder nicht dürfen — — —“

Schemajah trat an den Tisch und spielte mit dem Weinglas — er trank nicht; vielleicht verbot es ihm das jüdische Ritual.

„Fragen Sie ruhig, Herr Zwakh.“

„— — Wissen Sie etwas über die jüdische Geheimlehre, die Kabbala, Hillel?“

„Nur wenig.“

„Ich habe gehört, es soll ein Dokument geben, aus dem man die Kabbala lernen kann: den ‚Sohar‘ — —“

„Ja, den Sohar, — das Buch des Glanzes.“

„Sehen Sie, da hat man’s“, schimpfte Zwakh los. „Ist es nicht eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, daß eine Schrift, die angeblich die Schlüssel zum Verständnis der Bibel und zur Glückseligkeit enthält —“

Hillel unterbrach ihn: „— nur einige Schlüssel.“