„Und nicht wahr, Sie werden nie mehr sagen, Herr Pernath, daß Sie mir — oder uns — helfen wollen? Jetzt, wo Sie wissen, daß Sie mir die Möglichkeit, ein Wunder zu erleben, rauben würden, wenn Sie es täten?“

Ich versprach es. Aber im Herzen machte ich einen Vorbehalt.

Da ging die Tür, und Hillel trat ein.

Mirjam umarmte ihn; und er begrüßte mich. Herzlich und voll Freundschaft, aber wieder mit dem kühlen „Sie“.

Auch schien etwas wie leise Müdigkeit oder Unsicherheit auf ihm zu lasten. — Oder irrte ich mich?

Vielleicht kam es nur von der Dämmerung, die in der Stube lag.

„Sie sind gewiß hier, mich um Rat zu fragen,“ fing er an, als Mirjam uns allein gelassen hatte, „in der Sache, die die fremde Dame betrifft — —?“

Ich wollte ihn verwundert unterbrechen, aber er fiel mir in die Rede:

„Ich weiß es von dem Studenten Charousek. Ich sprach ihn auf der Gasse an, weil er mir merkwürdig verändert vorkam. Er hat mir alles erzählt. In der Überfülle seines Herzens. Auch, daß — Sie ihm Geld geschenkt haben.“ Er sah mich durchdringend an und betonte jedes seiner Worte auf höchst seltsame Weise, aber ich verstand nicht, was er damit wollte:

„Gewiß, es hat dadurch ein paar Tropfen Glück mehr vom Himmel geregnet — und — und in diesem — Fall hat’s vielleicht auch nicht geschadet, aber —,“ er dachte eine Weile nach, — „aber manchmal schafft man sich und anderen nur Leid damit. Gar so leicht ist das Helfen nicht, wie Sie denken, mein lieber Freund! Da wäre es sehr, sehr einfach, die Welt zu erlösen. — Oder glauben Sie nicht?“