Es lag etwas merkwürdig Schreckhaftes in der Abgerissenheit, mit der er von einer Sprechweise in die andere übergehen — von Schmeicheltönen blitzartig ins Brutale springen konnte, und ich hielt es für sehr wahrscheinlich, daß die meisten Menschen, besonders Frauen, sich im Handumdrehen in seiner Gewalt befinden mußten, wenn er nur die geringste Waffe gegen sie besaß.

Ich wollte auffahren, ihn am Hals packen und vor die Tür setzen, war mein erster Gedanke; dann überlegte ich, ob es nicht klüger sei, ihn zuvörderst einmal gründlich auszuhorchen.

„Ich verstehe wahrhaftig nicht, was Sie meinen, Herr Wassertrum;“ — ich bemühte mich, ein möglichst dummes Gesicht zu machen. „Duksel? Was ist das: Duksel?“

„Soll ich Ihnen vielleicht Deitsch lernen?“ fuhr er mich grob an. „Die Hand werden Sie aufheben müssen bei Gericht, wenn’s um die Wurscht geht. Verstehen Sie mich?! Das sag’ ich Ihnen!“ — Er fing an zu schreien: „Mir ins Gesicht hinein werden Sie nicht abschwören, daß ‚sie‘ von da drüben“ — er deutete mit dem Daumen nach dem Atelier — „zu Ihnen heribber geloffen is mit en Teppich an und — sonst nix!“

Die Wut stieg mir in die Augen; ich packte den Halunken an der Brust und schüttelte ihn:

„Wenn Sie jetzt noch ein Wort in diesem Ton sagen, breche ich Ihnen die Knochen im Leibe entzwei! Verstanden?“

Aschfahl sank er in den Stuhl zurück und stotterte:

„Was is? Was is? Was wollen Sie? Ich mein’ doch bloß.“

Ich ging ein paarmal im Zimmer auf und ab, um mich zu beruhigen. Horchte nicht hin, was er alles zu seiner Entschuldigung herausgeiferte.

Dann setzte ich mich ihm dicht gegenüber, in der festen Absicht, die Sache, soweit sie Angelina betraf, ein für allemal mit ihm ins Reine zu bringen und, sollte es im Frieden nicht gehen, ihn zu zwingen, endlich die Feindseligkeiten zu eröffnen und seine paar schwachen Pfeile vorzeitig zu verschießen.