„Wissen Sie, Angelina, daß — daß ich heute die ganze Nacht von Ihnen geträumt habe?“, stieß ich gepreßt hervor.
Sie machte eine kleine rasche Bewegung, als wolle sie ihren Arm aus meinem ziehen, und sah mich groß an. „Merkwürdig! Und ich von Ihnen! — Und in diesem Moment habe ich dasselbe gedacht.“
Wieder stockte das Gespräch und beide errieten wir, daß wir auch dasselbe geträumt hatten.
Ich fühlte es an dem Beben ihres Blutes. Ihr Arm zitterte kaum merklich an meiner Brust. Sie blickte krampfhaft von mir weg aus dem Wagen hinaus. — — —
Langsam zog ich ihre Hand an meine Lippen, streifte den weißen, duftenden Handschuh zurück, hörte, wie ihr Atem heftig wurde, und preßte toll vor Liebe meine Zähne in ihren Handballen.
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— — Stunden später ging ich wie ein Trunkener durch den Abendnebel hinab der Stadt zu. Planlos wählte ich die Straßen und ging lange, ohne es zu wissen, im Kreise herum.
Dann stand ich am Fluß über ein eisernes Geländer gebeugt und starrte hinab in die tosenden Wellen.
Noch immer fühlte ich Angelinas Arme um meinen Nacken, sah das steinerne Becken des Springbrunnens, an dem wir schon einmal Abschied voneinander genommen vor vielen Jahren, vor mir, mit den faulenden Ulmenblättern darin, und sie wanderte wieder mit mir, wie soeben erst vor kurzem, den Kopf an meine Schulter gelehnt, stumm durch den fröstelnden, dämmrigen Park ihres Schlosses.