Ich setzte mich auf eine Bank und zog den Hut tief ins Gesicht, um zu träumen.

Die Wasser brausten über das Wehr und ihr Rauschen verschlang die letzten, aufmurrenden Geräusche der schlafengehenden Stadt.

Wenn ich von Zeit zu Zeit meinen Mantel fester um mich zog und aufblickte, lag der Fluß in immer tieferen Schatten, bis er endlich, von der schweren Nacht erdrückt, schwarzgrau dahinströmte und der Gischt des Staudamms als weißer, blendender Streifen schräg hinüber zum andern Ufer lief.

Mich schauderte bei dem Gedanken, wieder zurück zu müssen in mein trauriges Haus.

Der Glanz eines kurzen Nachmittags hatte mich für immer zum Fremdling in meiner Wohnstätte gemacht.

Eine Spanne von wenigen Wochen, vielleicht nur von Tagen, dann mußte das Glück vorüber sein — und nichts blieb davon, als eine wehe, schöne Erinnerung.

Und dann?

Dann war ich heimatlos hier und drüben, diesseits und jenseits des Flusses.

Ich stand auf! Wollte noch durch das Parkgitter einen Blick auf das Schloß werfen, hinter dessen Fenstern sie schlief, ehe ich in das finstere Ghetto ging. — — — Ich schlug die Richtung ein, aus der ich gekommen war, tappte mich durch den dichten Nebel an Häuserreihen entlang und über schlummernde Plätze, sah schwarze Monumente drohend auftauchen und einsame Schilderhäuser und die Schnörkel von Barockfassaden. Der matte Schimmer einer Laterne wuchs zu riesigen, phantastischen Ringen in verblichenen Regenbogenfarben aus dem Dunst heraus, wurde zum fahlgelben, stechenden Auge und zerging hinter mir in der Luft.

Mein Fuß tastete breite, steinerne Stufenflächen, mit Kies bestreut. Wo war ich? Ein Hohlweg, der steil aufwärts führt?