Glatte Gartenmauern links und rechts? Die kahlen Äste eines Baumes hängen herüber. Sie kommen vom Himmel herunter: der Stamm verbirgt sich hinter der Nebelwand. —

Ein paar morsche, dünne Zweige brechen krachend ab, wie mein Hut sie streift, und fallen an meinem Mantel hinab in den nebligen grauen Abgrund, der mir meine Füße verbirgt.

Dann ein strahlender Punkt: ein einsames Licht in der Ferne — irgendwo — rätselhaft — zwischen Himmel und Erde. — — —

Ich mußte fehlgegangen sein. Es konnte nur die „alte Schloßstiege“ sein neben den Hängen der Fürstenbergschen Gärten — — —

Dann lange Strecken lehmiger Erde. — Ein gepflasterter Weg.

Ein massiger Schatten ragt hoch auf, den Kopf in einer schwarzen, steifen Zipfelmütze: „die Daliborka“ = der Hungerturm, in dem Menschen einst verschmachteten, derweilen Könige unten im „Hirschgraben“ das Wild hetzten.

Ein schmales, gewundenes Gäßchen mit Schießscharten, ein Schneckengang, kaum breit genug, die Schultern durchzulassen — und ich stand vor einer Reihe von Häuschen, keines höher als ich.

Wenn ich den Arm ausstreckte, konnte ich auf die Dächer greifen.

Ich war in die „Goldmachergasse“ geraten, wo im Mittelalter die alchimistischen Adepten den Stein der Weisen geglüht und die Mondstrahlen vergiftet haben.

Es führte kein anderer Weg hinaus als der, den ich gekommen war.