Charousek zog eine Medizinflasche hervor und fuhr bebend fort:

„Beides — lege — ich — hier — auf — Ihren Tisch, die verdorrte Rose und die Phiole; sie waren mir ein Andenken an meinen dahingegangenen Freund.

Wie oft in Stunden innerer Verlassenheit, wenn ich mir den Tod herbeiwünschte in der Einsamkeit meines Herzens und der Sehnsucht nach meiner toten Mutter, spielte ich mit diesem Fläschchen, und es gab mir einen seligen Trost, zu wissen: ich brauchte nur die Flüssigkeit auf ein Tuch zu gießen und einzuatmen und schwebte schmerzlos hinüber in die Gefilde, wo mein lieber, guter Theodor ausruht von den Mühsalen unseres Jammertales.

Und nun bitte ich Sie, hochverehrter Meister, — und deswegen bin ich hergekommen — nehmen Sie beides und bringen Sie es Herrn Wassertrum.

Sagen Sie, Sie hätten es von jemandem bekommen, dem Dr. Wassory nahestand, dessen Namen Sie jedoch gelobt hätten, nie zu nennen, — vielleicht von einer Dame.

Er wird es glauben, und es wird ihm ein Andenken sein, wie es ein teures Andenken für mich war.

Das soll der heimliche Dank sein, den ich ihm gebe. Ich bin arm und es ist alles, was ich habe, aber es macht mich froh, zu wissen: beides wird jetzt ihm gehören, und dennoch ahnt er nicht, daß ich der Geber bin.

Es liegt darin auch zugleich für mich etwas unendlich Süßes.

Und jetzt leben Sie wohl, teurer Meister, und seien Sie im voraus viel tausendmal bedankt.“

Er hielt meine Hand fest, zwinkerte und flüsterte mir, als ich noch immer nicht verstand, kaum hörbar etwas zu.