Man solle den Direktor holen, denn ich sei in größter Eile und gedächte in einer Stunde abzureisen, hatte ich eine Ausrede gebraucht.
Er sei nicht zu sprechen und könne an den Gepflogenheiten der Bank auch nichts ändern, hieß es, und ein Kerl mit einem Glasauge, der zugleich mit mir an den Schalter getreten war, hatte darüber gelacht.
Acht graue, furchtbare Tage auf den Tod sollte ich also warten!
Wie ein Zeitraum ohne Ende kam es mir vor. — — —
Ich war so niedergeschlagen, daß ich mir gar nicht bewußt wurde, wie lange ich schon vor der Türe eines Kaffeehauses auf und niedergeschritten sein mochte.
Endlich trat ich ein, bloß um den widerwärtigen Kerl mit dem Glasauge los zu werden, der mir von der Bank her nachgekommen war und sich immer in meiner Nähe hielt und, wenn ich ihn anblickte, sofort auf dem Boden herumsuchte, als habe er etwas verloren.
Er hatte einen hellkarierten, viel zu engen Rock an und schwarze, speckglänzende Hosen, die ihm wie Säcke um die Beine schlotterten. Auf seinem linken Stiefel war ein eiförmiger, gewölbter Lederfleck aufgesteppt, daß es aussah, als trüge er darunter einen Siegelring auf der Zehe.
Kaum hatte ich mich niedergesetzt, kam auch er herein und ließ sich an einem Nebentisch nieder.
Ich glaubte, er wolle mich anbetteln, und suchte schon nach meinem Portemonnaie, da sah ich einen großen Brillanten an seinen wulstigen Metzgerfingern aufblitzen.
Stunden und Stunden saß ich in dem Kaffeehause und glaubte vor innerer Nervosität wahnsinnig werden zu müssen, — aber wohin sollte ich gehen? Nach Hause? Herumschlendern? Eines schien mir gräßlicher als das andere.