Sofort kam Leben in den Klumpfuß unter dem anderen Schreibtisch: er wetzte sich an dem Stuhlbein, und ich hörte das Rauschen einer Schreibfeder.
Ich bejahte: „Pernath. Gemmenschneider.“
„No, da sin wir ja gleich beisammen, Herr — — — Pernath, — jawohl Pernath. Ja wohl ja.“ — Der Herr Polizeirat war mit einem Schlag von erstaunlicher Liebenswürdigkeit, als hätte er die erfreulichste Nachricht von der Welt bekommen, streckte mir beide Hände entgegen und bemühte sich in lächerlicher Weise, die Miene eines Biedermannes aufzusetzen.
„Also, Herr Pernath, erzählen Sie mir einmal, was treiben Sie so den ganzen Tag?“
„Ich glaube, daß Sie das nichts angeht, Herr Otschin“, antwortete ich kalt.
Er kniff die Augen zusammen, wartete einen Moment und fuhr dann blitzschnell los:
„Seit wann hat die Gräfin ihr Verhältnis mit dem Savioli?“
Ich war auf etwas Ähnliches gefaßt gewesen und zuckte nicht mit der Wimper.
Er suchte mich geschickt durch Kreuz- und Querfragen in Widersprüche zu verwickeln, aber, so sehr mir auch vor Entsetzen das Herz im Halse schlug, ich verriet mich nicht und kam immer wieder darauf zurück, daß ich den Namen Savioli nie gehört hätte, mit Angelina von meinem Vater her befreundet sei, und daß sie schon öfter Kameen bei mir bestellt habe.
Ich fühlte trotzdem genau, daß der Polizeirat mir ansah, wie ich ihn belog, und innerlich schäumte vor Wut, nichts aus mir herausbekommen zu können.