Er dachte eine Weile nach, dann zog er mich am Rock dicht an sich, deutete warnend mit dem Daumen auf den linken Schreibtisch und flüsterte mir ins Ohr:

„Athanasius! Ihr seliger Vater war mein bester Freund. Ich will Sie retten, Athanasius! Aber Sie müssen mir alles sagen über die Gräfin. — Hören Sie: alles.“

Ich begriff nicht, was das bedeuten sollte. „Was meinen Sie damit: Sie wollen mich retten?“, fragte ich laut.

Der Klumpfuß stampfte ärgerlich auf den Boden. Der Polizeirat wurde aschgrau im Gesicht vor Haß. Zog die Lippe empor. Wartete. — Ich wußte, daß er gleich wieder losspringen würde; (sein Verblüffungssystem erinnerte mich an Wassertrum) und ich wartete ebenfalls, — sah, daß ein Bocksgesicht, der Inhaber des Klumpfußes, lauernd hinter dem Schreibpulte auftauchte — — dann schrie mich der Polizeirat plötzlich gellend an:

Mörder“.

Ich war sprachlos vor Verblüffung.

Mißmutig zog sich das Bocksgesicht wieder hinter sein Pult zurück.

Auch der Herr Polizeirat schien ziemlich betreten über meine Ruhe, versteckte es aber geschickt, indem er einen Stuhl herbeizog und mich aufforderte, Platz zu nehmen.

„Sie verweigern also, über die Gräfin die von mir gewünschte Auskunft zu geben, Herr Pernath?“

„Ich kann sie nicht geben, Herr Polizeirat, wenigstens nicht in dem Sinne, wie Sie erwarten. Erstens kenne ich niemand namens Savioli, und dann bin ich felsenfest überzeugt, daß es eine Verleumdung ist, wenn man der Gräfin nachsagt, sie hintergehe ihren Gatten.“