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Allmählich legten sich meine Gedanken zurecht:
Wassertrum hatte mir die Uhr des vermißten Zottmann zugespielt, um mich in Verdacht zu bringen, einen Mord begangen zu haben. — Er mußte also selbst der Mörder sein; wie hätte er sonst in den Besitz der Uhr kommen können? Würde er die Leiche irgendwo gefunden und dann erst beraubt haben, hätte er sich bestimmt die tausend Gulden Belohnung geholt, die für die Entdeckung des Vermißten öffentlich ausgesetzt waren. — Das konnte aber nicht sein: die Plakate klebten noch immer an den Straßenecken, wie ich deutlich auf meinem Weg ins Gefängnis gesehen hatte. — — —
Daß der Trödler mich angezeigt haben mußte, war klar.
Ebenso: daß er mit dem Polizeirat, wenigstens was Angelina betraf, unter einer Decke steckte. Wozu sonst das Verhör wegen Savioli?
Andererseits ging daraus hervor, daß Wassertrum Angelinas Briefe noch nicht in Händen hatte.
Ich grübelte nach — — —
Mit einem Schlag stand alles mit entsetzlicher Deutlichkeit vor mir, als wäre ich selbst dabei gewesen.
Ja; nur so konnte es sein: Wassertrum hatte meine eiserne Kassette, in der er Beweise vermutete, heimlich an sich genommen, als er gerade mit seinen Polizeikomplizen meine Wohnung durchstöberte, — konnte sie nicht sogleich öffnen, da ich den Schlüssel bei mir trug und war — — — vielleicht gerade jetzt daran, sie in seiner Höhle aufzubrechen.
In wahnsinniger Verzweiflung rüttelte ich an den Gitterstäben, sah Wassertrum im Geiste vor mir, wie er in Angelinas Briefen wühlte — —