— — — — — — — — — — — — — —
Die nächsten paar Tage vergingen, ohne daß ich Notiz von ihm genommen hätte, und auch er brach niemals das Schweigen.
Sein Benehmen blieb nach wie vor gleich liebenswürdig. So oft ich auf und ab gehen wollte, sah er es mir sofort an und zog höflich, wenn er auf der Pritsche saß, die Füße zurück, um mir nicht im Wege zu sein.
Ich fing an, mir Vorwürfe wegen meiner Schroffheit zu machen, konnte aber den Abscheu vor ihm beim besten Willen nicht loswerden.
So sehr ich gehofft hatte, mich an seine Nähe gewöhnen zu können, — es ging nicht.
Selbst in den Nächten hielt es mich wach. Kaum eine Viertelstunde verbrachte ich im Schlaf.
Abend für Abend wiederholte sich haargenau derselbe Vorgang: Er wartete respektvoll, bis ich mich ausstreckte, zog dann seine Kleider aus, legte sie pedantisch in Falten, hängte sie auf, und so weiter und so weiter.
— — — — — — — — — — — — — —
Eines Nachts — es mochte um die zweite Stunde sein — stand ich schlaftrunken vor Müdigkeit wieder auf dem Wandbrett, starrte in den Vollmond, dessen Strahlen sich wie glitzerndes Öl auf dem kupfernen Gesicht der Turmuhr spiegelten, und dachte voll Trauer an Mirjam.
Da hörte ich plötzlich leise ihre Stimme hinter mir.