Endlich geruhte der Kellner aufzustehen und mich zu fragen, was ich wünschte. Bei dem frechen Blick, mit dem er mich von Kopf bis zu Fuß musterte, kam mir erst zum Bewußtsein, wie abgerissen ich aussehen mußte.
Ich warf einen Blick in den Spiegel und entsetzte mich: ein fremdes, blutleeres Gesicht, faltig, grau wie Kitt, mit struppigem Bart und wirrem, langem Haar starrte mir entgegen.
Ob der Silhouettenschneider Jaromir nicht dagewesen sei, fragte ich und bestellte schwarzen Kaffee.
„Woaß net, wo er so lang bleibt“, war die gegähnte Antwort.
Dann legte sich der Kellner wieder auf das Billard und schlief weiter.
Ich nahm das „Prager Tagblatt“ von der Wand und — wartete.
Die Buchstaben liefen wie Ameisen über die Seiten und ich begriff nicht ein einziges Wort von dem, was ich las.
Die Stunden vergingen und hinter den Scheiben zeigte sich bereits das verdächtige tiefe Dunkelblau, das den Einbruch der Morgendämmerung für ein Lokal mit Gasbeleuchtung anzeigt.
Hie und da spähten ein paar Schutzleute mit grünlich schillernden Federbüschen herein und gingen in langsamem, schwerem Schritt wieder weiter.
Drei übernächtig aussehende Soldaten traten ein.