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Der Archivar Schemajah Hillel sei eines Tages ohne Grund ausgeblieben und nicht mehr wiedergekommen; seine Tochter habe er jedenfalls mitgenommen, denn auch sie sei von niemand mehr gesehen worden seit jener Zeit, hatte man mir auf dem jüdischen Rathaus gesagt. Das war alles, was ich erfahren konnte.

Keine Spur, wohin sie sich gewandt haben mochten.

Auf der Bank hieß es, mein Geld sei gerichtlich immer noch mit Beschlag belegt, man erwarte aber täglich den Bescheid, es mir auszahlen zu dürfen.

Also auch die Erbschaft Charouseks mußte noch den Amtsweg gehen, und ich wartete doch mit brennender Ungeduld auf das Geld, um dann alles aufzubieten, Hillels und Mirjams Spur zu suchen.

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Ich hatte meine Edelsteine verkauft, die ich noch in der Tasche gehabt, und mir zwei kleine, möblierte, aneinanderstoßende Dachkammern in der Altschulgasse — die einzige Gasse, die von der Assanierung der Judenstadt verschont geblieben, — gemietet.

Sonderbarer Zufall: es war dasselbe wohlbekannte Haus, von dem die Sage ging, der Golem sei einst darin verschwunden.

Ich hatte mich bei den Bewohnern — zumeist kleine Kaufleute oder Handwerker — erkundigt, was denn Wahres an dem Gerücht von dem „Zimmer ohne Zugang“ sei und war ausgelacht worden. — Wie man einen derartigen Unsinn denn glauben könne!