Ich glaube, daß viele Leute mich gegrüßt haben; ich erinnerte mich nicht, ob ich ihnen gedankt. Immer wieder fühlte ich an die Brust, ob ich den Brief auch bei mir trüge:

Es ging eine Wärme von der Stelle aus.

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Ich wanderte durch die Bogen der gequaderten Laubengänge auf dem Altstädter Ring und an dem Erzbrunnen vorbei, dessen barockes Gitter voll Eiszapfen hing, hinüber über die steinerne Brücke mit ihren Heiligenstatuen und dem Standbild des Johannes von Nepomuk.

Unten schäumte der Fluß voll Haß gegen die Fundamente.

Halb im Traum fiel mein Blick auf den gehöhlten Sandstein der heiligen Luitgard mit „den Qualen der Verdammten“ darin: dicht lag der Schnee auf den Lidern der Büßenden und den Ketten an ihren betend erhobenen Händen.

Torbogen nahmen mich auf und entließen mich, Paläste zogen langsam an mir vorüber mit geschnitzten, hochmütigen Portalen, darinnen Löwenköpfe in bronzene Ringe bissen.

Auch hier überall Schnee, Schnee. Weich, weiß wie das Fell eines riesigen Eisbären.

Hohe, stolze Fenster, die Simse beglitzert und vereist, schauten teilnahmslos zu den Wolken empor.

Ich wunderte mich, wie der Himmel so voll ziehender Vögel war.