Frau Bovis stand dabei und fuhr sich ein ums andere Mal über die Augen; — und der Gemeindeschöps trug ins Buch ein: „Alois †††“, und statt eines Familiennamens drei Kreuze.
Damit aber jeder sehen könne, daß hier wahrscheinlich eine uneheliche Geburt vorliege, schrieb er es auf eine Extraseite.
Alois’ Kindheit floß dahin wie ein Bächlein.
Er war ein guter Knabe, und nie gab er — von gewissen Heimlichkeiten vielleicht abgesehen — Grund zur Klage. — Rührend war es anzusehen, wie er heißhungrig mit den andern weidete und die Schafgarbe, die sich ihm widerspenstig immer um die langen Eckzähne legte, in kindlicher Unbeholfenheit mühsam zerkaute.
Jeden Nachmittag ging er mit klein Agnes, seinem Schwesterchen, und ihren Freundinnen ins Bambusgehölz spielen, und da war des Scherzens und der Lustbarkeiten kein Ende.
Alois, hieß es dann immer, Alois, zeig mal deine Krallen, bitte, bitte, und wenn er sie recht lang herausstreckte, erröteten die kleinen Mädchen, steckten kichernd die Köpfe zusammen und sagten: „Ffui, wie unanßtändig“; aber sie wollten es doch immer wieder sehen.
Zur kleinen schwarzhaarigen Scholastika, Schnucke Ceterums lieblichem Töchterlein, entwickelte sich in Alois frühzeitig eine tiefe Herzensneigung.
Stundenlang konnte er an ihrer Seite sitzen, und sie bekränzte ihn mit Vergißmeinnicht.
Waren sie ganz allein, so sagte er ihr das wunderschöne Gedicht auf:
„Willst du nicht das Lämmlein hüten,