Ein brauner Pfad liegt zwischen wirren Sträuchern, die wie erstarrte Krallen in die nasse Luft greifen. — — Er sieht sich auf diesem Wege gehen. — Vor ihm humpelt ein altes Weib in Lumpen — tief gebückt — mit einem Hexengesicht. — Er hört ihren Krückstock auf die Erde stampfen. — Jetzt bleibt sie stehen.
Ein Sumpf liegt vor ihnen im Dunkel der Ulmen, und grüne Schwaden decken die tückische Fläche. —
Die Hexe reckt ihren Krückstock aus — die Decke zerreißt.
Jorre blickt in die unergründliche Tiefe. —
Die Wasser werden klar, — klar wie Kristall, — und da unten erscheint eine seltsame Welt. Immer höher hinauf taucht es: — Nackte Frauen wie Schlangen verschlungen bewegen sich dort; leuchtende Leiber schwimmen in wirbelndem Reigen. — Und eine mit grünen großen Augen, eine Krone im Haar, sieht herauf zu ihm und schwingt ein Zepter über die anderen. — Sein Herz schreit auf vor Weh unter diesem Blick; er fühlt, wie sein Blut diese Augen aufnimmt und wie ihr grüner Schein in seinen Augen zu kreisen beginnt. —
Da läßt die Hexe den Krückstock sinken und sagt:
„Die einst deines Herzens Königin war, ist Königin jetzt hier unter den Bregen!“
Und wie die Worte verklingen, schießen die dichten Schwaden über dem Sumpf zusammen.
—————————
Die einst deines Herzens Königin war ...