Sollte er geschlafen haben? — Es ist dämmerig. —

Er will sich an den Kopf greifen: seine Hände sind festgebunden. — — Vom alten Turme dröhnt die Zeit — eins, zwei — wie spät mag’s sein? — Sechs Uhr. Herrgott im Himmel, nur noch dreizehn Stunden, und sie reißen ihm den Atem aus der Brust. — Hingerichtet soll er werden, erbarmungslos — gehenkt. — Die Zähne klappern ihm vor Kälte. — Etwas saugt ihm am Herzen, er kann es nicht sehen. — Dann steigt es ihm schwarz ins Gehirn. — Er schreit und hört sich nicht schreien, — alles schreit in ihm, die Arme, die Brust, die Beine, — der ganze Körper, — ohne Aufhören, ohne Atemholen. — — —

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An das offene Fenster des Amtszimmers, das einzige, das nicht vergittert ist, tritt ein alter Mann mit weißem Bart und einem harten, finstern Gesicht und sieht in den Hofraum hinab. Das Schreien stört ihn, er runzelt die Stirn, — murmelt etwas und schlägt das Fenster zu. — —

Am Himmel jagen die Wolken und bilden hakenförmige Streifen. — — Zerfetzte Hieroglyphen, wie eine alte, verloschene Schrift: „Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet!

Der Fluch der Kröte — Fluch der Kröte

Breit, mäßig bewegt und gewichtig.
„Meistersinger“.

Auf der Straße zur blauen Pagode scheint heiß die indische Sonne herab — heiß die indische Sonne herab.

Die Menschen singen im Tempel und streuen dem Buddha weiße Blüten, und die Priester beten feierlich: Om mani padme hum; Om mani padme hum.

Die Straße menschenleer und verlassen: heute ist Feiertag.