Die langen Kushagräser hatten Spalier gebildet in den Wiesen an der Straße zur blauen Pagode — an der Straße zur blauen Pagode. Die Blumen alle warteten auf den Tausendfüßler, der da drüben wohnte in der Rinde des verehrungswürdigen Feigenbaumes.
Der Feigenbaum war das vornehmste Viertel.
„Ich bin der Verehrungswürdige,“ hatte er von sich selbst gesagt, „und aus meinen Blättern kann man Schwimmhosen machen — kann man Schwimmhosen machen.“
Die große Kröte aber, die immer auf dem Steine saß, verachtete ihn, weil er angewachsen war, und hielt auch nichts von Schwimmhosen. — Und den Tausendfüßler haßte sie. Fressen konnte sie ihn nicht, denn er war sehr hart und hatte einen giftigen Saft, — giftigen Saft.
Darum haßte sie ihn — haßte sie ihn.
Sie wollte ihn verderben und unglücklich machen und hatte sich mit den Geistern der toten Kröten die ganze Nacht beraten.
Seit Sonnenaufgang saß sie auf dem Stein und wartete und bebte zuweilen mit dem Hinterfuß — bebte zuweilen mit dem Hinterfuß.
Dann und wann spuckte sie auf das Kushagras.
Alles schwieg: Blüten, Käfer, Blumen und Gräser. — Und der weite, weite Himmel. Denn es war Feiertag.
Nur die Unken im Tümpel — die unheiligen — sangen gottlose Lieder: