„Nein, hol’s der Teufel,“ hetzte eines Abends der Rabe (das vornehme Kamel war gerade in einer Premiere), „hauen wir doch dieses idiotische Gigerl in die Pfanne. Tschitrakarna!! Hat man denn was von dem Binsenfresser? — Bushido! — natürlich Bushido! — ausgerechnet jetzt im Winter; so ein Irrsinn. Und unsern Löwen — — bitte, sehen Sie doch nur, wie er von weitem aussieht jetzt, — wie ein Gespenst — unsern Löwen, den sollen wir glatt verhungern lassen? Hm? Das ist vielleicht auch Bushido, ja?“
Der Panther und der Fuchs gaben dem Raben rückhaltlos recht. — — —
Aufmerksam hörte der Löwe die drei an, und das Wasser lief ihm zu beiden Seiten aus dem Maul, während sie ihm Vorstellungen machten. „Töten? — Tschitrakarna?“ — sagte er dann. „Nicht zu machen, gänzlich ausgeschlossen; Pardon, ich habe doch mein Ehrenwort gegeben!“ Und erregt ging er auf und nieder.
Aber der Rabe ließ nicht locker: „Auch nicht, wenn es sich von selbst anbieten würde?“
„Das wäre natürlich was anderes“, meinte der Löwe. „Wozu aber all diese dummen Luftschlösser!“
Der Rabe warf dem Panther einen heimtückischen Blick des Einverständnisses zu.
In diesem Augenblick kam das vornehme Kamel nach Hause, hängte Opernglas und Stock an einen Ast und wollte eben einige verbindliche Worte sagen, da flatterte der Rabe vor und sprach: „Weshalb sollen alle darben: — besser drei satt als vier hungrig. Lange habe ich —“
„Verzeihen Sie recht sehr, ich muß aber hier allen Ernstes — schon als Älterer — auf dem Rechte des Vortritts bestehen.“ Damit schob ihn der Panther — nach einem kurzen Wortwechsel mit dem Fuchs — höflich aber bestimmt zur Seite mit den Worten:
„Mich, meine Herrschaften, zur Stillung des allgemeinen Hungers anzubieten, ist mir nicht nur Bushido, ja sogar Herzenswunsch; ich äh — — ich äh — —“
„Lieber, lieber Freund, wo denken Sie hin,“ unterbrachen ihn alle, auch der Löwe (Panther sind bekanntlich ungemein schwierig zu schlachten), „Sie glauben doch nicht im Ernst, wir würden — — — Ha, ha, ha.“