Ich lasse mich aber nicht aus der Rolle bringen und bleibe so konventionell wie zuvor.

Als Izzis Knie das meine drückt, sage ich Pardon und werfe einen scheuen Blick auf die „Erzieherin“.

Das wird der Kleinen zu dumm, und sie schickt die Alte endlich ärgerlich schlafen.

Ich lege der Gnädigen den Steinkrug an die Brust und wünsche ihr eine recht geruhsame Nacht. —

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Also jetzt werden sie der Reihe nach kommen, die alten bekannten Geschichten: daß es Ida auch nicht an der Wiege gesungen worden war, und so; daß sie sich einem Kavalier hingab, nur um ihres Bruders Spielschulden zu decken. Die Alte, die eben ging, stamme noch aus der Zeit, als sie selbst, noch ein Wildfang, sich auf den herrschaftlichen Gütern ihres Vaters herumgetummelt; eine alte treue Dienerin! — Und wie sie den Grafen hasse, der sie so eifersüchtig bewacht, — nur ein paar Gulden in der Hand, um einige kleine Schulden: Schusterrechnung und dergleichen, zu bezahlen, die sie zu stolz ist, ihm einzugestehen — und sie würde ihm auf der Stelle den Laufpaß geben. — Und dann die Kolleginnen! — Ach Gott, schamlose Dinger — besser, gar nicht davon zu reden! —

Ich sehe Izzi forschend an. — Richtig, sie hat ein ernstes Gesicht aufgesetzt und macht bereits Märchenaugen.

„Etelka Horváth ist heute abend das letztemal aufgetreten, das Publikum hat schon gezischt“, beginnt sie.

Aha, denke ich mir, Abwechslung macht das Leben schön; die fängt einmal von hinten an.

„Heute schläft sie schon drüben im Hotel Bavaria, die — die — — na — die — die Ungarin. — Ich selbst wohne hier im Hause, im ‚Schwarzen Roß‘, oben im ersten Stock. — Von sieben Uhr abends darf ich weder ausgehen, noch auch Besuche auf meinem Zimmer empfangen. Der Graf ist ein elender Tyrann“, fährt sie fort.