Der Geiger war fort, und der Alte hatte, wie an Feiertagen, — zuweilen —, wenn die Glocken läuteten, die Glasplatte hervorgeholt und am Tische befestigt.
Und feine Sandkörner darauf geschüttet.
Als er mit dem Bogen seines Cello an dem Rande des Glases niederstrich, daß es sang, schwingend und klingend, tanzte der Sand und bildete kleine, feine, regelmäßige Sterne.
Und wie die Sterne und Formen entstanden, wuchsen und vergingen und wieder entstanden, gedachte er dumpf der Lehre des Buddha Gautama vom Leiden, von der Leidensentstehung, von der Leidensvernichtung, von dem zur Leidensvernichtung führenden Pfad. Da begab es sich, daß durch das löchrige Dach des Zimmers eine Schneeflocke herab auf den Tisch fiel, einen Augenblick verweilte und zerging. — Ein kleiner, feiner, regelmäßiger Stern.
Wie ein Blitz die Finsternis zerreißt, plötzlich — so war da das Licht der Erkenntnis in das Herz des Alten gefallen:
Töne, unerkannte, unhörbare, jenseitsliegende, sind der Ursprung dieser Flocken, dieser Sterne, sind der Ursprung der Natur, der Ursprung aller Formen, der Wesen und Dinge, sind der Ursprung dieser Welt.
Nicht ist diese Welt die wirkliche Welt: klar ward er sich dessen bewußt.
Nicht ist diese Welt die wirkliche, nicht entstehende, nichtvergehende, nichtwiederumentstehende Welt: — klar ward er sich dessen bewußt.
Und klaren bewußten Sinnes erkannte er des Weltalls verborgenen Pulsschlag und das Innere seines Herzens, des Abgeklärten, Trieberstorbenen, Wahnversiegten, darinnen die Stille des Meeres herrschte und eine letzte Welle schlafengehend sprang und fiel:
„Der Buddha ist meine Zuflucht ...