Ein Einsamer geht langsam über den Platz zur Kirche des heiligen Thomas, die fromm herabsieht auf das ruhige Bild. Er tritt ein. — Weihrauchduft.
Seufzend fällt die schwere Tür zurück an das Lederpolster.
Verschlungen ist der laute Schein der Welt — grünrosa fließen die Sonnenstrahlen durch schmale Kirchenfenster auf die heiligen Steinquadern. — Hier unten ruhen die Frommen aus vom wechselnden Sein.
Der Einsame atmet die tote Luft. — Gestorben sind die Klänge, andächtig liegt der Dom im Schatten der Töne. — Das Herz wird ruhig und trinkt den dunklen Weihrauchduft.
Der Fremde blickt auf die Schar der Kirchenbänke, die, weihevoll zum Altar hingebeugt, wie auf ein kommendes Wunder warten.
Er ist einer jener Lebendigen, die das Leid überwunden haben und mit andern Augen tief hineinsehen in eine andere Welt. Er fühlt den geheimnisvollen Atem der Dinge: das verborgene, lautlose Leben der Dämmerung.
Die verleugneten, heimlichen Gedanken, die hier geboren wurden, ziehen unstet — suchend — durch den Raum. Wesen ohne Blut, ohne Freude und Weh — wachsbleich, wie die kranken Gewächse der Dunkelheit.
Verschwiegen schwingen die roten Ampeln — feierlich — an langen geduldigen Stricken; — der Luftzug von den Flügeln der goldenen Erzengel bewegt sie. —
— Da. Ein leises Scharren unter den Bänken. — Es huscht zum Betstuhl und versteckt sich.
Jetzt kommt es um die Säule geschlichen: