Eine aufgeregte Menge flutete auf dem Marktplatz hin und her.
»Schuldbare Krida!« – »Nein: Wechselreiterei«, lief es von Schnauze zu Schnauze.
»Tj, schuldbare Krida! – Ihnen gesaaagt! Tj. Ich versteh immer: schuldbare Krida?« höhnte gestikulierend der greise Hamster, der sich ebenfalls eingefunden hatte, dazwischen; – es war das erstemal seit jenem schreckhaften Zusammentreffen mit Knödlsedern, daß er sich wieder in der Öffentlichkeit zeigte.
Die allgemeine Unruhe wuchs und wuchs.
Selbst die feinen Murmeltierdämchen, die, in kostbare Pelze gehüllt, nach Hause fuhren von Lustbarkeit und Mummenschanz, ließen halten, reckten die Hälschen und fragten, was es gäbe.
Plötzlich ein Krachen: die Türe war dem Drucke gewichen. Grauenvoll, was sich da den Blicken bot!
Ein bestialischer Gestank entströmte der geöffneten Kammer, und wohin sich das Auge wandte: ausgespienes Gewöll, fast bis zur Decke hinauf abgenagte Knochen, Gebein auf den Tischen, Gebein auf den Regalen, selbst in den Schubladen und im Geldschrank: Gebein und Gebein.
Entsetzen lähmte die Menge; jetzt war mit einem Schlage klar, wohin alle die Vermißten gekommen waren. Knödlseder hatte sie gefressen und ihnen die verkaufte Ware wieder abgenommen – ein zweiter »Juwelier Cardillac« im Roman des Fräuleins von Scuderi!
»Nu, was i i – is mit der schuldbaren Krida? Waas?« höhnte schon wieder der Hamster. Man umringte ihn und staunte ihn an, daß er so klug gewesen und sich und seine Familie ferngehalten hatte von dem Verkehr mit dem tückischen Mordbuben.
»Wie konnte es nur sein, Herr Kommerzienrat,« riefen alle durcheinander, »daß Sie allein ihm mißtrauten? Man mußte doch annehmen, er habe sich gebessert und – – –«