Luthers Lehre war damals verboten, ihre Anhänger wurden verfolgt. Die Häuser mit diesem Spruch waren die Stätten, an denen sich die Bekenner der neuen Lehre trotz Not und Verfolgung zusammenfanden, um in der Gemeinschaft Kraft und neue Erkenntnis zu suchen. Ein tapferer Mut gehörte dazu und ein festes Herz, sein Haus unter dieses Zeichen zu stellen. Bald freilich schwand unter Herzog Heinrichs milder Hand die Gefahr, und er selbst ließ u. a. an besonders eigenartiger Stelle diesen Spruch anbringen: Verbum domini manet in aeternum findet sich nämlich mit der Jahreszahl 1538 und dem Sächsischen und Freiberger Wappen sogar auf einer Bronzekanone, die der Gießer Hilger in Freiberg für den Herzog goß. Die Kanone sollte als Glaubenskünderin so ihre Stimme nach seiner Meinung besonders wirksam und überzeugend zur Geltung bringen. Das ganze Denken war damals von diesen Fragen bewegt und suchte überall Ausdruck zu finden.

Auf zahlreichen Glocken des Erzgebirges aus der Gießhütte der Hilliger ist dieses Wort in Erz geprägt und ruft sein Bekenntnis mit eherner Stimme in die Enge der Herzen und Häuser und in die Weite der Welt. Auch in der Johanniskirche zu Leipzig trug die größte Glocke, welche Wolf Hilliger 1553 goß, die Bekennerinschrift: Verbum domini manet in aeternum.

Auch auf einem der »Kleinodien« der Freiberger Bergknappenschaft, auf dem silbernen Sinnbilde des Bergbaues »Schlägel und Eisen«, findet sich dieser Reformationswahlspruch in lateinischer Sprache mit der Jahreszahl 1534. Es ist dies ein Beweis, wie gerade auch die Bergleute sich mit Feuereifer der neuen Lehre annahmen und in den Mittelpunkt ihres Daseins stellten. Wird doch auch überliefert, daß die Bergleute 1517 den Ablaßmönch Tetzel vertrieben, verprügelt und um seine Gelder erleichtert hätten.

Auf einem Spruchband dieses Kleinodes von 1534 findet sich noch der Spruch: »Die Heier, die sind hochgenant, sie ritzen uf manche feste band mit ihren klugen Sinnen, darmid sie es gebinen.«

Tiefer religiöser Sinn spricht noch aus vielen anderen dieser alten Sprüche: Donatsgasse Nr. 23 schmückt das Haus eine Tafel mit dem Bilde eines Bergmannes, der einen Barren Erz trägt, und mit dem Spruche:

Ich · Weis · das · Mein · Erlöser · lebt · 1 · 5 · 6 · 1 ·

Das Gedächtnis der Reformation wird gefeiert im Jahre 1617 durch einen lateinischen Spruch, der an der alten Löwenapotheke angebracht ist:

Sunt iubilo D. Mart. Luth.

magna huius pars est extructa

habitaculi in anno quo vox in