In laudem aeterni dei, cui soli sempiterna gloria.
»Zum Lobe des ewigen Gottes, dem allein ewiger Ruhm gebührt.«
203 fl. erhielt Wolff Hilliger für sein Werk.
Auch auf dem Turme der Stadtkirche zu Pirna, der so malerisch im Stadtbilde steht, hängt eine Glocke von Wolff Hilliger aus dem Jahre 1561 mit lateinischem Spruche:
»Ordine bis senas lux quaelibet exit in horas
hora sed in curas crescere quaeque solet.
Wolf Hilger czu Freibergk gos mich.«
»Der Regel nach schwindet das Tageslicht binnen 12 Stunden.
In Sorgen pflegt aber jede Stunde zu wachsen!«
Es ist kein sonderlich froher Spruch, der hier auf der Stundenglocke von Pirna seine Sorgenweisheit kundgibt: Jeder Schlag dieser Sorgenglocke Ende einer Sorgenstunde? Anfang einer Sorgenstunde? – Nein, die Sorgenglocke will vor unnützen Sorgen warnen, weil auch die Sorgenstunden vergehen und auch die Sonne eines Sorgentages sich nach 12 Stunden neigen muß, so lang seine Stunden auch scheinen.
Nicht weit von Pirna, im Schlosse von Groß-Sedlitz ist eine Glocke von Michael Weinhold in Dresden erhalten mit der Inschrift: »Scias, qui audis me admetiri partes vitae.« Wisse, der du hörst, daß ich die Teile des Lebens zumesse. Ein ähnlicher Gedanke ist es wie in Pirna, zum Ernste mahnend, auf die Vergänglichkeit weisend, wie so manche alte Sprüche an Sonnenuhren, z. B. »Una ex hisce morieris«. In einer von diesen (Stunden) wirst du sterben, oder noch kürzer in zwei Worten gesagt: »Una ultima«. Eine ist die Letzte.