Das Jahrhundert der Sorgen war in Deutschland vor allem das des unheilvollen Dreißigjährigen Krieges. Im Jahre 1617, ein Jahr vor Beginn des Krieges, wurde in Hennersdorf eine Glocke von Andreas Herold auf den Turm gezogen, welche den Spruch verkündete:

»Ich melde Beten an, Sturm, Feuer, Leuchen, Pracht

Andreas Herold mich hat gemacht. 1617.«

Ist es nicht wie ein Sturmsignal, wie eine düstere Prophezeiung der kommenden Not und Drangsale? Wenige Jahre nach Beginn des Krieges, 1621, klingt ergreifend der Glockenton von Röhrsdorf bei Pirna über die Dächer ins Land hinaus als Gebetsruf zum Himmel sich schwingend:

Da pacem domine in diebus nostris

Jo. Hilliger F. anno MDCXXI.

»Herr gib Frieden in unseren Tagen!«

Die Glocke von Lauter aus jenen schweren Zeiten, von Gabriel und Zacharias Hilliger gegossen, weist aus dem Elend der Zeit auf die künftige Herrlichkeit, im sinnigen Wortspiele den Namen des Ortes in den Spruch aufnehmend:

»Lauter Freud und Herrlichkeit

Ist den Frommen dort bereit.«