Kurz vor dem großen Weltenbrand,
Da deutsche Art und deutsches Schwert
In Not und Tod sich neu bewährt.
Das neue ward im Krieg geschaffen,
Gott segne Dach und Volk und Waffen!«
Sinnend schauen wir zur grünumrankten Tafel hinauf und auf das lorbeergeschmückte Schwert und denken daran, wie es war, wie es wurde und was noch werden mag. Auch unser alter Reichsbau ging in Flammen auf. Das neue Dach, das neue Haus ward im Krieg geschaffen und wird von Stürmen umtobt, von Feinden bedroht: »Gott segne Dach und Volk und Waffen!« Ja, auch die Waffen! – –
Worin soll die Spruchweisheit unsrer Tage bestehen? Nicht in lockerem Scherz und leichten Reimen! Ausdruck der Zeit ist not. Heute liegt uns vor allem die Not des Vaterlandes, die Not der Heimat, das deutsche Leid am Herzen, das auch unser eigen Leid und Not ist. Wir spüren den inneren Zwang, in unserer eigenen Seele und in der Seele unseres Volkes und aller einzelnen Volksgenossen neue lautere Ströme der Kraft zu gewinnen, um rein und stark, fest und unüberwindlich zu werden im schweren Druck, in aller Kampfesnot des täglichen Lebens, in aller Sorge und Friedlosigkeit innen und außen. »Not brach Eisen, Eisen breche Not« steht auf dem Gefallenengedächtnismal des Jäger-Bataillons 12 und Infanterie-Regiments 182 in Freiberg. Eisen, nicht Gold braucht unser Volk, um seine Not zu überwinden. Gold macht schwach, Eisen macht stark, macht stark die Seele und den Willen, Gold bringt Not, Eisen bricht Not! Gold macht gemein, Eisen macht rein!
Der alte deutsche Trotz, wie er durch unsere alten und neuen Heldenlieder klingt, der auf sich selber steht auch gegen die ganze feindliche Welt, und doch ein Kind ist, wo ihm Treue und Gerechtigkeit begegnen, muß vor allem sich wiederfinden und wiederklingen. Solche Spruchweisheit sollte keimen und wachsen wie Samenkörner, die der Wind ausstreut, daß das öde, verwüstete Land wieder grün wird, die zertretenen Fluren der deutschen Seele wieder hoffnungsvoll aufblühen.
Manches köstliche Wort ist in der Dichtkunst früherer Zeiten und unserer Tage aus der Tiefe der Heimatliebe wie schimmerndes Edelmetall zum Lichte gebracht worden. Diese Schätze müssen dem täglichen Leben nahegebracht werden und hineinstrahlen in den Alltag, der heute so dunkel und schwer geworden ist, damit sie wirken können zur neuen inneren Erhebung als Ausdruck deutschen Wollens und Sollens, Wissens und Müssens.
Jedes stolze, trotzige deutsche Manneswort aus tiefer heißer Seele, das wie Schwertschlag durch die Seele geht, wie mit eiserner Pflugschar tiefe Gründe aufreißt und den Geist seiner Zeit offenbart, mag es auch vor Jahrhunderten einem starken deutschen Herzen entsprungen sein, ist geeignet zur Wiedergeburt im deutschen Sinne zu wirken und uns zu Kraft und deutschem Stolz zu wecken und zu erziehen und heute wie in späteren Tagen Zeuge und Mahner zu sein zu deutscher Art und deutschem Geist und Wesen und deutscher Tat. Wie unsere Väter ihr Wesen und ihr Wollen in Haussprüchen und Denkversen zeigten, so gilt es für uns in und nach dem Kampfe für die Heimat Heimatkultur und planmäßige Erziehung zum Deutschtum zu treiben mit allen Mitteln und Formen, um unseres Volkes beste Art zu stärken und zu stählen, sein tiefstes Wesen in Treue zu klären, zu erklären und in Schönheit zu verklären.