Welchs abgebrochen etwas früh

Durch Todes Hand, der nicht ansiht

Obs Reiff sey oder hab verblüht.«

Der Tod in blühender Jugend, brechende Knospen, der Reif in der Frühlingsnacht wirken besonders tief auf das menschliche Gemüt und haben in der Dichtung ergreifenden Ausdruck gefunden:

»Es ist ein Schnitter, heißt der Tod,

Hat Gwalt vom großen Gott.

Heut wetzt er das Messer, es schneidt schon viel besser,

Bald wird er drein schneiden, wir müssens nur leiden:

Hüt dich, schöns Blümelein!«

In der Begräbniskapelle jedoch, wo alles von des Todes Gewalt predigt, von dem grausamen Schnitter, der kein Blümlein, Narzissen nicht noch Kaiserkronen verschont, ist dennoch bei allem Ernst und aller Feierlichkeit nichts Düsteres, Schweres, was das Herz niederdrücken oder traurig stimmen könnte. Nicht Trauer, nicht Grab und Verwesung und Hoffnungslosigkeit sind die Raumgedanken, sondern Überwindung und Erlösung, ja ein gewisses Rauschen festlicher Pracht, und darüber hinaus ein Aufsteigen zu himmlischer Klarheit nach einem Leben voll Kampf und Arbeit.