Als Frankreich durch Napoleons Niederlage aus der Rivalität mit England ausschied, begannen die Unternehmungen in Ostindien, 1826 war ein zusammenhängendes Gebiet von 3 Millionen Quadratkilometern in Ostindien in englischem Besitz. Bald darauf ging es in seinen Eroberungszügen gegen Hinterindien vor. Australien wurde gegen 1830 England einverleibt. Es folgten der Kampf um Englands Einfluß in Persien und Afghanistan, der Opiumkrieg mit China, der unmoralischste Krieg, den die Welt je gesehen hat, in dem an England im Frieden von Nanking die Insel Hongkong und im Frieden 1860 weitere Gebiete fielen. — In Afrika wurde Aden 1839 genommen. Der Suezkanal, den Lord Palmerston zunächst als das größte Schwindelunternehmen des ganzen Jahrhunderts kennzeichnete, wurde unter englischen Einfluß gestellt, in Südafrika die Buren von einem Treck zum anderen getrieben, bis sie zu Anfang des 20. Jahrhunderts in Transvaal und der Oranjerepublik sich unabhängige Gebiete sichern konnten, aber nur so lange, bis die Gold- und Diamantenfunde die englische Raubsucht erweckten und zur Niederringung der Freiheit auch dieser Staaten und zu südafrikanischen Kolonien unter des Spaniers Botha unterwürfiger Herrschaft führten. Von Süden und Norden drang englische Eroberungssucht vor. Frankreich mußte in Faschoda erkennen, was es heißt, England auf diesem Wege entgegenzutreten. Zypern wurde als Belohnung für die Neutralität im Russisch-Türkischen Krieg 1878 eingesteckt, 1882 wurde das englische Protektorat über Ägypten mit einer Scheinfreiheit des Khediven und einer Scheinoberhoheit des Sultans errichtet. Im Sudan drang man weiter vor. Wituland und Sansibar ließ man sich von Deutschland im Sansibarvertrag abtreten. Durch Uganda wurde 1899 der Zusammenhang des britischen Reiches in Nordafrika sichergestellt, der große imperialistische Traum von Cecil Rhodes einer Bahn von Kapstadt nach Kairo nur durch englisches Gebiet näherte sich seiner Verwirklichung, nur Deutsch-Ostafrika lag dazwischen. In Asien wurde schließlich die wichtige Bucht von Wei-hai-wei erworben, mit Rußland verständigte man sich über die Interessensphäre in Persien, der unter deutschem Einfluß stehenden Bagdadbahn suchte man das wichtigste Schlußstück englischerseits zu versperren, und so sah die Welt, als das 19. Jahrhundert seinem Ende sich zuneigte, ein ungemessenes englisches Kolonialreich in allen Erdteilen; Kanada und Indien, Australien, Kapland, Ägypten und die wertvollsten Inseln der Erde waren in den Händen von England, seine Flotte die größte der Welt, die Meeresstraßen unter seiner Kontrolle, seine Handelsflotte unerreicht, sein Welthandel an der Spitze aller Völker, sein Wort das wichtigste auf allen Konferenzen, die über politische Geltung entschieden. So stand es im wesentlichen schon da, als das junge Deutsche Reich erst in seine Erscheinung trat.
Was aus diesem jungen Deutschen Reiche geworden ist in den 44 Jahren seit seiner Begründung, das ist es, was Englands Haß und Eifersucht erweckte, was es veranlaßte, seinen ganzen Einfluß gegen Deutschland zu wenden, und was es auch veranlaßte, den wirtschaftlichen Kampf gegen Deutschland schon früher als in diesem Kriege zu beginnen. Drei Faktoren waren es, die Englands Argwohn erregten: die Entwicklung einer deutschen Kolonialpolitik, die Entwicklung einer deutschen Flotte, drittens aber und vor allem die Entwicklung der deutschen Industrie und des deutschen Welthandels.
Unser deutscher Kolonialbesitz sollte an sich, wie man wohl annehmen könnte, keine Veranlassung zur Eifersucht geben. Wir sind erst spät eingetreten in die Kolonialentwicklung der Völker. Alte Tradition wies uns zwar darauf hin; der große Ahnherr Kaiser Wilhelms II., der unserem jetzigen Herrscher innerlich wohl auch am meisten vor Augen schwebt, der Große Kurfürst, hatte versucht, Kolonialpolitik zu treiben, Emden zu einem großen Handelshafen zu machen und die brandenburgisch-preußische Handelsflagge auch in fernen Ozeanen aufzupflanzen. Nur wenig geschichtliche Erinnerung ist uns davon geblieben, die Meeresgeltung hatte man wohl gesehen zu den Zeiten der Hansa und des Stahlhofes in London, in den Niederlassungen der deutschen Handelshäuser in Genua und Venedig. Das alles war später zugrunde gegangen, als mit dem brudermörderischen Dreißigjährigen Krieg Deutschlands Wohlstand dahinsank. Seitdem war bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts der deutsche Handel vor allen Dingen auf die Befriedigung des eigenen Bedarfes im inneren Wirtschaftsgebiet angewiesen. Noch 1850 hatte der ganze auswärtige Handel Deutschlands nur eine Milliarde Mark betragen. Zwar bedeutete der Deutsche Zollverein eine Tat, und die Tage, an denen zuerst die Zollgrenzen in Deutschland fielen, haben der Entwicklung des deutschen Wirtschaftslebens neue Bahnen gewiesen, aber vermessen wäre es wohl erschienen, an eine weltwirtschaftliche Stellung Preußen-Deutschlands damals zu denken. Die Gedanken eines Friedrich List, der mit geradezu prophetischem Seherblick Deutschlands Bestimmung zur Welthandelsmacht erkannte und bis zum Ende seines Lebens den geistigen Wirtschaftskampf Deutschlands gegen England führen wollte, eilten den Taten seiner Zeit voraus. Wohl weisen die Werke Rheinland-Westfalens den Weg für eine gewisse Emanzipation des inneren Marktes von der englischen Werkstatt der Welt, aber auch wirtschaftlich gilt zunächst Dingelstedts entsagendes Wort: „Uneins zu Haus, nach außen klein.” Das alles wird anders mit der Gründung des Reiches und den dadurch geweckten Kräften. Auch Bismarck sah Deutschlands Bestimmung vor allem in seiner kontinentalen Macht und sprach sich noch 1871 scharf gegen den Erwerb von Kolonien aus. Trotzdem zeigt die Schwenkung, welche die deutsche Wirtschaftspolitik im Jahre 1879 machte, schon die Anfänge einer Politik, welche bewußt darauf hinarbeitete, der deutschen Industrie die Unabhängigkeit vom Ausland, namentlich aber von England zu schaffen und zugleich den Wettbewerb nach außen aufzunehmen, ohne sich dabei aber einseitig auf exportindustrielle Entwicklung zu stützen, vielmehr unter bewußtem und folgerichtig durchgeführtem Schutz der landwirtschaftlichen Entwicklung. Als deutscher Unternehmungsgeist in Südwestafrika vordringt, hält Bismarck seine schützende starke Hand über Lüderitz und Dr. Carl Peters, trotz Gladstones sauertöpfender freundnachbarlicher Abmahnung, und schafft uns damit Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Südwestafrika.
Die weitere Entwicklung unserer kolonialen Unternehmungen ist bekannt. Zusammenhanglos war unser afrikanischer Besitz, vier Gebiete, nicht verbunden, jedes eine andere Eigenart, dazu der wenig wertvolle Besitz im Südseearchipel, lediglich in den Samoainseln die Gewähr einer gewissen Entwicklung in sich bergend, und hierzu noch der Platz an der ostasiatischen Sonne, Kiautschou, das uns Fürst Bülow erwarb. Über 20 Jahre hindurch ist die Entwicklung der deutschen Kolonien auch wirtschaftlich eine ziemlich sterile gewesen. Erst die Dernburgsche Ära hat dem deutschen Volke den Kolonialgedanken nähergebracht und vor allen Dingen auf die wichtige wirtschaftliche Bedeutung der deutschen Kolonien, vor allem hinsichtlich der mangelhaften deutschen Rohstoffversorgung, hingewiesen. Ein frischer Zug ging seitdem durch unsere koloniale Entwicklung, namentlich auch in ihrer Erschließung durch Eisenbahnen, und die zielbewußte Arbeit unserer Kolonialpolitik kommt in den 682 Millionen des Gesamthandels unserer Kolonien im Jahre 1913 zum Ausdruck. Nur ein kleiner Prozentsatz des deutschen Welthandels war es, was der Handel der Kolonien mit Deutschland ausmachte, nur wenig Stützpunkte für die Fundierung der deutschen Ausfuhr, für die Versorgung mit den unentbehrlichen Rohstoffen, nur geringe Absatzgebiete für die deutsche Industrie, von der immer größere Arbeitermassen abhängig wurden. Dabei ohne Schutz einer starken deutschen Flotte, nur mit einem allerdings jährlich sich verringernden Zuschuß aus dem deutschen Staatssäckel zu erhalten, alles in allem kein großer Wert gegenüber dem englischen Kolonialbesitz, mehr Zukunftshoffnungen, deren Erfüllung allen, die fest und mit Freudigkeit an die deutsche Kolonialpolitik glaubten, zwar sicher erschien, die aber keinen Gegenstand des Neides für ein Volk bieten konnten, das in einem Kolonialbesitz von über 30 Millionen Quadratkilometer mit einer Bevölkerung von etwa 400 Millionen Menschen über den größten Kolonialbesitz der Welt gebot.
Trotzdem sahen wir die Geschichte der neuesten Zeit erfüllt von dem heftigsten Widerstreben Englands gegen diesen Besitz und seine Entwicklung. Wenn irgendwo ein Gerücht auftauchte, daß Deutschland eine Kohlenstation oder einen Flottenstützpunkt erwerben oder seinen Kolonialbesitz vergrößern wolle, wurde die öffentliche Meinung in England aufgepeitscht. Wie fanden sich alle die Verbündeten von 1914 schon früher zusammen, wenn Deutschland versuchte, in Marokko festen Fuß zu fassen, oder davon gesprochen wurde, daß bei der Liquidierung des portugiesischen Kolonialbesitzes auch Deutschland entscheidend mitbeteiligt sein müsse, wenn irgendwo von der Erwerbung belgischen Kongogebietes durch Deutschland die Rede war oder der deutsche Botschafter in Konstantinopel darauf hinwies, daß in Kleinasien auch Lebensinteressen des deutschen Volkes zur Frage ständen. Die Konferenz von Algeciras zeigte ebenso wie die letzte Marokkokrisis, daß England gewillt war, jede Weiterentwicklung Deutschlands auf diesem Gebiete als Kriegsfall zu betrachten. Das hörte man heraus aus den Reden englischer Minister, die mit dem Munde die deutsche Flotte in 48 Stunden vernichten wollten; dies trat schon früher in den Tischreden englischer Minister zutage, die man sich im Deutschen Reichstag mit Recht verbat.
Nur nach einer Richtung hin konnte man Englands Unwillen verstehen: in bezug auf Ostafrika, das wie ein Keil zwischen dem Nord- und Südafrika Englands lag, das es unmöglich machte, die Bahn Kapstadt-Kairo nur durch englisches Gebiet zu führen. Trotzdem ist der Widerstand Englands seit den ersten Worten Gladstones gegen die deutsche Kolonialpolitik bis in die Gegenwart der deutschen kolonialen Tätigkeit nur zu verstehen unter der Voraussetzung, daß England ein Monopol der Beherrschung der Welt für sich in Anspruch nimmt, daß es diese Beherrschung als von Gott gewollt ansieht und das Herrscherrecht zu haben glaubt.
Die Entwicklung der deutschen Flotte war der zweite Faktor, der England den künftigen Kampf gegen Deutschland als Lebensaufgabe Englands ansehen ließ. Mit dem Auge auf die englische Flotte ist, wie Bülow in seinen Ausführungen zum Kaiser-Jubiläum darlegte, die deutsche Flotte gebaut worden, ebenso aber mit dem Auge auf die deutsche, die englische Flotte. Der Zweimächte-Standard Englands ist unter diesem Gesichtspunkte zu verstehen, die Notwendigkeit, den deutschen Handel durch eine deutsche Flotte stark zu schützen, wurde von England nicht anerkannt, die deutsche Flotte als Luxus hingestellt gegenüber der englischen, die für England eine Lebensnotwendigkeit sei. Und so wurde mit allen Dreadnoughts, die in Deutschland vom Stapel liefen, Englands Mißwollen verstärkt.
Wie Englands Neid auf jede neben ihm emporkommende Seemacht schon früher eingeschätzt wurde, das läßt sich an Beispielen aus der Geschichte vielfältig beweisen. Wie schon erwähnt, weist Fürst Bülow in seinen Ausführungen über auswärtige Politik darauf hin, daß schon zu Ludwigs XIV. Zeiten von der englischen Regierung ein von Frankreich angebotenes Bündnis, im Hinblick auf die Absicht Frankreichs, sich eine Flotte zu bauen, abgelehnt wurde. Als Friedrich Wilhelm III. nach den Freiheitskriegen in England weilte und ihm der König von England eine kleine Schaluppe zum Geschenk machte, erwiderte König Friedrich Wilhelm III.: „Hoffentlich wird England nicht neidisch werden auf meine Flotte.” Eine Anekdote nur, jedoch kennzeichnend für die Auffassung, die man auch zu jener Zeit von Englands Empfindungen hatte. Bedeutsam mit dieser Bezeichnung sind jedoch vor allem die Ausführungen, welche der bekannte Leipziger Nationalökonom Dr. Roscher zu einer Zeit machte, als das Deutsche Reich im Jahre 1881 erst 39 Millionen Mark für seine Flotte (431 Millionen Mark im Jahre 1913) ausgab. In der ersten Auflage seiner „Nationalökonomie des Handels und Gewerbefleißes” sagt er im § 12 über den Handelsstand: „Es ist immer ein verhängnisvoller Wendepunkt, wo die tonangebende Landmacht anfängt, dem ersten Handelsstaate auch zur See gleichzukommen.” In einer Anmerkung gibt er in seiner inhaltsvollen Kürze drei weltgeschichtliche Belege für diesen Satz: „Sparta im Peloponnesischen Kriege, Zeit 424, Rom, Zeit Duilius, Frankreich, Zeit Colbert.” Wir könnten heute hinzufügen: „Deutschland, Zeit Kaiser Wilhelm II.”
Diese Frage des Flottengegensatzes, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll, liegt auf politischem Gebiete. Der hauptsächlichste Beweggrund zu Englands Handeln aber war die Entwicklung der deutschen Industrie und des deutschen Welthandels. Statt einer langatmigen Darstellung der Entwicklung des beiderseitigen Anteils am Welthandel seien einzelne Ziffern genannt, die erkennen lassen, wie grundlegend sich auf diesem Gebiete die Verhältnisse seit der Reichsgründung verschoben haben. Die Bevölkerung Englands stieg seit der Reichsgründung von 31,5 auf 45,6 Millionen, die des Deutschen Reiches von 40,9 auf 66 Millionen. Nicht nur die absolute, auch die relative Zunahme der Bevölkerung hat im Deutschen Reiche England weit übertroffen. Im Gegensatz zu England ist es dabei einer verständigen Wirtschaftspolitik in Deutschland gelungen, neben einer mächtig sich entwickelnden Industrie und einem gewaltig anwachsenden Welthandel, sich auch eine starke Landwirtschaft zu erhalten, die, wenn auch ihr relativer Anteil an der gesamten Bevölkerung zurückgegangen ist, es doch verstand, auf den im wesentlichen sich gleichbleibenden Boden eine gewaltige Steigerung der Erzeugung von Körnerfrüchten, allein in den letzten 25 Jahren um über 80 % herbeizuführen und gleichzeitig die Viehhaltung quantitativ und qualitativ in ungewöhnlicher Weise zu verstärken. Die Kaufkraft der deutschen Landwirtschaft, die namentlich durch die letzten Zollverträge gestärkt wurde, war die sichere Unterlage, auf der die deutsche Industrie sich aufbauen konnte. Die Entwicklung war nicht nur auf den Export eingestellt, sondern in denjenigen Jahren, in denen stürmische Schwankungen die Weltkonjunktur niederhielten und manches Land aus dem Gleichgewicht brachten, wurde bei uns dieses Gleichgewicht erhalten. Schon darin lag eine Stärke Deutschlands gegenüber England, die sich beispielsweise auch bei den gewaltigen Konjunkturrückschlägen des Jahres 1907 darin zeigte, daß nach den gleichzeitigen Ermittlungen der englischen und deutschen Gewerkschaften in England die Zahl der Arbeitslosen eine bedeutend größere war als in Deutschland.
Nicht weniger aber ist vor allen Dingen die deutsche Industrie als solche in die Höhe gekommen, seitdem einmal eine verständige, maßvolle Schutzzollbewegung ihr die Möglichkeit technischen Fortschrittes in ausgiebigstem Maße gab (Bergbau, Eisenerzeugung), und seitdem andererseits das innige Bündnis zwischen Wissenschaft, Technik und kaufmännischen Fähigkeiten und einer steigenden Arbeitsintensität auf dem Gebiete der Chemie und der Elektrotechnik geradezu Monopole für Deutschland schuf, während bei vielen anderen Warengattungen die Überlegenheit des deutschen Fabrikanten in bezug auf dessen Anpassungsfähigkeit an fremde Bedürfnisse, seine Sprachenkenntnisse, seine Reisetätigkeit, die Schaffung stets neuer Muster, seine sorgfältige Ausführung auch kleiner und kleinster Aufträge und sein Grundsatz, den Kunden an sich heranzuziehen, statt auf ihn zu warten, zu jenem gewaltigen Aufschwunge verhalf, der Deutschland auf diesem Gebiete das in konservativen Geschäftsgrundsätzen wandelnde England überholen ließ. Um das Siebenfache ist seit Gründung des Reiches die Erzeugung der Stein- und Braunkohle gewachsen. In Roheisen und Eisenerzen stieg vom Jahre 1885 auf 1912 die Erzeugung um 384,5 % gegenüber einer Steigerung in England um 28,5 %. Noch im Jahre 1900 war die Differenz zwischen der deutschen Stahlerzeugung und der englischen nur etwa 1½ Millionen Tonnen, im Jahre 1912 war diese Differenz auf etwa 11 Millionen Tonnen gestiegen. In absoluten Ziffern gemessen, betrug 1913 die Produktion von Roheisen in Deutschland 19309172 t gegen 10646838 t in England, die Produktion von Stahl 18935000 t gegen 7700000 t in England. Der Kupferverbrauch, ein Grundpfeiler namentlich auch für die elektrotechnische Industrie, stieg in den letzten zehn Jahren um 359 % in Deutschland und 87 % in England. Die elektrotechnische Industrie überragt in ihrer gesamten Erzeugung die englische beinahe um das Dreifache. In der deutschen chemischen Industrie, die in den letzten 25 Jahren die Zahl der Arbeiter mehr als verdoppelt hat, zeigt sich die weltbeherrschende Stellung gerade in diesem Kriege, wo England selbst unter der Nichtzufuhr deutscher chemischer Produkte auf das empfindlichste leidet und mit gewaltigen Arbeiterentlassungen die Tatsache der Nichtversorgung des heimischen Marktes quittieren muß, und die amerikanische Baumwollausfuhr nach Deutschland durchgesetzt wurde, weil Amerika ohne die deutschen chemischen Erzeugnisse seine eigenen Textilwerke nicht aufrechtzuhalten vermochte.