An Herrn Clemens Fischer, Bremen.
16. 12. 91.
Hochverehrter Herr!
Glauben Sie ja nicht, daß ich mich durch Ihre und Ihrer Mithelfer Gabe enttäuscht fühle. Wenn die Wohlhabenden und Reichen dieser Welt überall so willig wären, Becher kalten Wassers einzuschenken, wie Sie es gehofft haben, so würde das nicht gut für uns sein. Wir würden aufhören, arme Leute zu sein. Das Armsein ist uns recht nötig.
Ich habe neulich einmal an 57 Millionäre geschrieben und einen Beitrag erbeten für ein Krankenhaus in Ostafrika, wo drückende Not herrscht und das wir auch mit unsern Brüdern und Schwestern bedienen, die ihr Leben daran wagen. Aber von allen 57 habe ich keinen Pfennig für diesen Zweck empfangen. Da muß ich Ihre Ernte doch noch als eine verhältnismäßig reichliche ansehen und danke Ihnen doppelt für Ihre Liebe. Gott schenke Ihnen ein fröhliches, seliges Weihnachtsfest und eine Liebe, die nicht müde wird, auch wo man Enttäuschung erfährt.
Ihr Ihnen und allen Helfern Ihrer und unserer Freude innig dankbarer
B.
Zusatz zur Weihnachtsbitte für das Bielefelder Sonntagsblatt. 1891.
Übrigens möchten wir nicht allein für uns hier bitten, sondern ebenso für alle andern Anstalten der Innern Mission, die einem jeden der lieben Leser die nächsten sind. Außerdem möchte ich auch wiederum gern unsere Westfalen an einen fernen Westfalen erinnern, den Hausvater Meyer in Osterode in Ostpreußen mit seinen ostpreußischen Waisenkindern. Er hat seit vielen Jahren sich Weihnachten freuen dürfen, daß Westfalen ihn nicht vergessen hat. Und der gleichen Liebe und alten Treue empfehle ich auch das Waisenhaus Ducherow in Pommern.
An acht Geschwister in Berlin.