Große Dinge, die der Welt in die Augen fallen, haben wir nicht im Sinn, sondern kleine und namentlich einen ganz kleinen Anfang.

An eine sofortige offizielle Anerkennung oder gar Unterstützung des Staates denke ich auch nicht. Bewähren wir uns, wird man uns auch nicht versagen, was man den katholischen Seminaren gewährt (nämlich die Anrechnung der auf solcher Schule zugebrachten Studienzeit).

Ich will diesen Gedanken also noch einmal in Gottes Namen hinausgehen lassen und gebe es dem Herrn der Kirche anheim, ob er ihm willige Herzen zuwenden und auch die Herzen der Leiter und Regierer unserer Kirche für uns gewinnen möchte.

Vor acht Jahren hat derselbe Gedanke die kleine Frucht getragen: unser Studentenkonvikt zu Bonn, dem ich auch ferner fröhliches Gedeihen wünsche, das aber für die Größe und Wichtigkeit der Sache nicht allein ausreicht. Ich möchte, daß sich gerade um die theologische freie Pflanzschule auch die jetzt noch weit auseinander gehenden Wünsche und Seufzer aller altgläubigen Richtungen unserer Kirche, namentlich auch der Gemeinschaftsleute, in einheitlichem, fröhlichem Wirken zusammenschließen, um in der Hauptsache einig die Mauern Jerusalems zu bauen und ihre Risse zu heilen.

Dem großen Haupt seiner Kirche auf Erden und im Himmel, unserm Herrn und Heiland, sei vor allen Dingen diese Sache an sein hohepriesterliches Herz gelegt. Gibt er sein Ja und Amen dazu, dann ist das Gelingen sicher.”

Im Herbst 1905 zogen die ersten Studenten in die junge theologische Schule ein. „Zwölf Jünger hatte der Herr; mehr als zwölf möchte ich nicht gern haben”, sagte Vater. Aber vier Wochen vor der Eröffnung hatte sich nur ein einziger gemeldet. „Ich fange auch mit dem einen an”, sagte Jäger. Da fiel ihm Vater um den Hals und sagte: „Dafür kriegst du einen Kuß.” Aber zum Eröffnungstage waren elf junge Studenten zur Stelle.

Vater selbst trat mit in den Unterricht ein. Während Pastor Jäger die systematischen Fächer nahm (Glaubenslehre, Sittenlehre usw.), Kähler das Neue Testament und der bald hinzutretende Pastor Oestreicher das Alte Testament, gab Vater jede Woche eine Abendstunde praktischen Inhalts, besonders über Innere und Äußere Mission.

Viele hundert Studenten sind seitdem durch die theologische Schule gegangen. Neue Dozenten sind hinzugekommen, bezw. nach längerer oder kürzerer Arbeit an der theologischen Schule in andere Arbeitsgebiete eingetreten: D. Warneck, P. Johanssen, Superintendent Simon, D. Schrenk, D. Michaelis, P. Schlatter. Die bayrische Kirche war die erste, die von Fall zu Fall Semestern, die auf der theologischen Schule verbracht waren, Gültigkeit gab. Die badische Kirche rechnet sie grundsätzlich an.

Gastein.