Halten wir uns, wie immer, an die lebendige Sprache. Tatsache ist, daß in der unbefangnen Umgangssprache das Hilfszeitwort niemals weggelassen wird. Es würde als arge Ziererei empfunden werden, wenn jemand sagte: es ist ein ganzes Jahr her, daß wir uns nicht gesehen. In der Sprache der Dichtung dagegen ist die Unterdrückung des Hilfszeitworts wohl das überwiegende. Man denke sich, daß Chamissos Frauenliebe und -leben anfinge: seit ich ihn gesehen habe, glaub ich blind zu sein! In der Prosa kommt es nun sehr auf die Gattung an. In poetisch oder rednerisch gehobner Sprache stört es nicht, wenn das Hilfszeitwort zuweilen unterdrückt wird; in schlichter Prosa, wie sie die wissenschaftliche Darstellung und im allgemeinen doch auch die Erzählung, die historische sowohl wie der Roman und die Novelle, erfordert, ist es geradezu unerträglich. Wer das bestreitet, hat eben kein Sprachgefühl. Wer sich einmal die Mühe nimmt, bei einem Schriftsteller, der das Hilfszeitwort mechanisch und aus bloßer Gewohnheit überall wegläßt, nur ein paar Druckseiten lang auf diese vermeintliche Schönheit zu achten, der wird bald täuschend den Eindruck haben, als ob er durch einen Tiergarten ginge, wo lauter unglückselige Bestien mit abgehackten Schwänzen ihres Verlustes sich schämend scheu um ihn herumliefen.

Ganz unausstehlich wird das Abwerfen des Hilfszeitworts, wenn das übrig bleibende Partizip mit dem Indikativ des Präsens oder des Imperfekts gleich lautet, also ohne das Hilfszeitwort die Tempora gar nicht voneinander zu unterscheiden sind, z. B.: in unsrer Zeit, wo der Luxus eine schwindelhafte Höhe erreicht (nämlich hat!) – er ist auch dann strafbar, wenn er sich nur an der Tat beteiligt (hat!) – das, was der Geschichtschreiber gewissenhaft durchforscht (hat!) – er erinnert sich der Freude, die ihm so mancher gelungne Versuch verursacht (hat!) – einer jener Männer, die, nachdem sie in hohen Stellungen Eifer und Tatkraft bewiesen (haben!), sich einem müßigen Genußleben hingeben – nachdem 1631 Baner die Stadt vergeblich belagert (hatte!) – er verteilte die Waffen an die Partei, mit der er sich befreundet (hatte!) – ich kam im Herbstregen an, den mein Kirchdorf lange ersehnt (hatte!) – er schleuderte über die Republik und ihre Behörden den Bannstrahl, weil sie sich an päpstlichem Gut vergriffen (hatten!) – du stellst in Abrede, daß Vilmar mit dem Buch eine politische Demonstration beabsichtigt (habe!). Oder wenn es in zwei oder mehr aufeinander folgenden Nebensätzen verschiedne Hilfszeitwörter sind, die dadurch verloren gehen, haben und sein, z. B.: es war ein glücklicher Gedanke, dort, wo einst der deutsche Dichterfürst seinen Fuß hingesetzt (nämlich hat), auf dem Boden, der durch seinen Aufenthalt geschichtlich geworden (nämlich ist), eine Kuranstalt zu errichten – wir wissen, auf welchen Widerstand einst das Interim gestoßen (ist!), und welchen Haß sich Melanchthon durch seine Nachgiebigkeit zugezogen (hat!) – da sie das Führen der Maschine unterlassen (hatten!) und auf den Fußwegen gefahren (waren!). Oder endlich wenn gar von zwei verschiednen Hilfszeitwörtern das erste weggeworfen, das zweite aber gesetzt wird, sodaß man dieses nun unwillkürlich mit auf den ersten Satz bezieht, z. B.: als ich die Fastnachtsspiele durchgelesen und schließlich zu dem Luzerner Neujahrsspiel gekommen war (also auch: durchgelesen war?) – seitdem die Philosophie exakt geworden, seitdem auch sie sich auf die Beobachtung und Sammlung von Phänomenen verlegt hat (also auch: geworden hat?) – der Verfasser macht Banquo den Vorwurf, daß er nicht für die Rechte der Söhne Duncans eingetreten, sondern Macbeth als König anerkannt habe (also auch: eingetreten habe?). Wie jemand so etwas schön finden kann, ist unbegreiflich.

Selbst in Fällen, wo der nachfolgende Hauptsatz zufällig mit demselben Zeitwort anfängt, mit dem der Nebensatz geschlossen hat, ist das Wegwerfen des Hilfszeitworts häßlich, z. B.: soviel bekannt (nämlich ist), ist der Vorsitzende der Bürgermeister – wie der Unglückliche hierher gelangt (ist), ist rätselhaft – alles, was damit gewonnen worden (war), war unbedeutend gegen das verlorne – wer diesen Forderungen Genüge geleistet (hatte), hatte sich dadurch den Anspruch erworben usw. Zwar nehmen auch solche, die im allgemeinen für Beibehaltung des Hilfszeitworts sind, hier das Abwerfen in Schutz, aber doch nur wieder infolge des weitverbreiteten Aberglaubens, daß ein Wort nicht unmittelbar hintereinander oder kurz hintereinander zweimal geschrieben werden dürfe. Es ist das eine von den traurigen paar stilistischen Schönheitsregeln, die sich im Unterricht von Geschlecht zu Geschlecht fortschleppen. Die lebendige Sprache fragt darnach gar nichts; da setzt jeder ohne weiteres das Verbum doppelt, und es fällt nicht im geringsten auf, kann gar nicht auffallen, weil mit dem ersten Verbum, fast tonlos, der Nebensatz ausklingt, mit dem zweiten, nach einer kleinen Pause, frisch betont der Hauptsatz anhebt. Sie klingen ja beide ganz verschieden, diese Verba, man traue doch nur seinen Ohren und lasse sich nicht immer von dem Papiermenschen bange machen!

Nur in einem Falle empfiehlt sichs zuweilen, das Hilfszeitwort auch in schlichter Prosa wegzulassen, nämlich dann, wenn in den Nebensatz ein zweiter Nebensatz eingeschoben ist, der mit demselben Hilfszeitwort endigen würde, z. B.: bis die Periode, für die der Reichstag gewählt worden, abgelaufen war. Hier würden zwei gleiche Satzausgänge mit war nicht angenehm wirken. Wo bei Häufung von Nebensätzen der Eindruck des Schleppens entsteht, liegt die Schuld niemals an den Hilfszeitwörtern, sondern immer an dem ungeschickten Satzbau.

Die Sitte, das Hilfszeitwort in Nebensätzen gewohnheitsmäßig abzuwerfen, muß um so mehr als Unsitte bekämpft werden, als sie schon einen ganz verhängnisvollen Einfluß auf den richtigen Gebrauch der Modi ausgeübt hat. Daß manche Schriftsteller keine Ahnung mehr davon haben, wo ein Konjunktiv und wo ein Indikativ hingehört, daß in dem Gebrauche der Modi eine geradezu grauenvolle Verwilderung und Verrohung eingerissen ist und täglich weitere Fortschritte macht, daran ist zum guten Teil die abscheuliche Unsitte schuld, die Hilfszeitwörter wegzulassen. Wo soll noch Gefühl für die Kraft und Bedeutung eines Modus herkommen, wenn man jedes ist, sei, war, wäre, hat, habe, hatte, hätte am Ende eines Nebensatzes unterdrückt und dem Leser nach Belieben zu ergänzen überläßt? In den meisten Fällen ist die Unterdrückung des Hilfszeitwortes nichts als ein bequemes Mittel, sein Ungeschick oder seine Unwissenheit zu verbergen. Freilich ist es sehr bequem, zu schreiben: daß viele Glieder der ersten Christengemeinde arm gewesen, ist zweifellos, daß es alle gewesen, ist sehr zu bezweifeln, oder: wenn man nicht annehmen will, daß ihm seine Genialität geoffenbart, was andre schon vorher gefunden, oder: wir bedauerten, daß sie nicht etwas getan, was sie in den Augen unsrer Gespielen recht groß und mächtig gemacht. Hätten die, die so geschrieben haben, gewußt, das es heißen muß: daß viele Glieder der ersten Christengemeinde arm gewesen sind, ist zweifellos, daß es alle gewesen seien, ist sehr zu bezweifeln – wenn man nicht annehmen will, daß ihm seine Genialität geoffenbart habe, was andre schon vorher gefunden hatten – wir bedauerten, daß sie nicht etwas getan hatten, was sie in den Augen unsrer Gespielen recht groß und mächtig gemacht hätte – so hätten sie es schon geschrieben. Aber man weiß eben nichts, und da man seine Unwissenheit durch Hineintappen in den falschen Modus nicht verraten möchte, so läßt man einfach das Hilfszeitwort weg.

Indikativ und Konjunktiv

Sogar in Wunsch- und Absichtssätzen, wo man es kaum für möglich halten sollte, wird jetzt statt des Konjunktivs der Indikativ geschrieben! Da liest man: es ist zu wünschen, daß die Nation auch künstlerisch zusammensteht – wir wünschen von Herzen, daß das der letzte Fall eines solchen Verbrechens gewesen ist – wir hoffen, daß er sich nach längerer Prüfung davon wird überzeugen lassen – wir wollen alle mithelfen, daß es eine gute Ernte gibt – die staatliche Gewalt hat darüber zu wachen, daß der Sittlichkeit kein ernster Schaden zugefügt wird – als deutscher Fabrikant habe ich das lebhafteste Interesse daran, daß in deutschen Bureaus mit deutschen Federn geschrieben wird – wir bitten um Erneuerung des Abonnements, damit die Zusendung keine Unterbrechung erleidet – wir raten ihm, sich an deutsche Quellen zu halten, damit er das Deutsche nicht ganz verlernt. Die schlimmste Verwirrung des Indikativs und des Konjunktivs ist aber in den Subjekt- und Objektsätzen (Inhaltsätzen) und in den abhängigen Fragesätzen eingerissen. Und doch, wie leicht ist es, bei einigem guten Willen auch hier das Richtige zu treffen!

Man vergleiche einmal folgende beiden Sätze: Curtius zeigte seinen Fachgenossen, daß er ihnen auch auf dieses Gebiet zu folgen vermöchte, und: Curtius zeigte seinen Fachgenossen, daß er ihnen auch auf dieses Gebiet zu folgen vermochte. Was ist der Unterschied? In dem ersten Falle lehne ich, der Redende oder Schreibende, ein Urteil darüber ab, ob Curtius wirklich seinen Fachgenossen habe folgen können, ich gebe nur seine eigne Meinung wieder; im zweiten Falle gebe ich selbst ein Urteil ab, ich stimme ihm bei, stelle es als Tatsache hin, daß er ihnen habe folgen können. Ein andres Beispiel: die meisten Menschen trösten sich damit, daß es früher auch so war, und: die meisten Menschen trösten sich damit, daß es früher auch so gewesen sei. Was ist der Unterschied? In dem ersten Falle gebe ich über den Trostgrund der Menschen ein Urteil ab, ich stimme ihnen bei, ich stelle ihren Trostgrund als richtig, als Tatsache hin; in dem zweiten Falle enthalte ich mich jedes Urteils, ich gebe nur die Meinung der Menschen wieder. Noch ein Beispiel: ich kann doch nicht sagen, daß ich krank bin, und: ich kann doch nicht sagen, daß ich krank sei. Der erste Satz bedeutet: ich trage Bedenken, die Tatsache meiner Erkrankung einzugestehen; der zweite: ich trage Bedenken, eine Krankheit vorzuspiegeln. Da haben wir deutlich den Sinn der beiden Modi.

Darnach ist es klar, weshalb nach Zeitwörtern wie wissen, beweisen, sehen, einsehen, begreifen, erkennen, entdecken, ebenso wie nach den unpersönlichen Redensarten: es ist bekannt, es steht fest, es ist sicher, es ist klar, es ist kein Zweifel, es ist Tatsache, es läßt sich nicht leugnen usw. der Inhaltsatz stets im Indikativ steht. In allen diesen Fällen kann das Subjekt oder Objekt nur eine Tatsache sein; welchen Sinn hätte es da, ein Urteil darüber abzulehnen? Es ist also ganz richtig, zu sagen: kann es geleugnet werden, daß die Erziehung des gemeinen Volks eines der wichtigsten Mittel ist, unsre Person und unser Eigentum zu schützen? Dagegen spricht aus folgenden Sätzen eine völlig unverständliche Ängstlichkeit: Hamerling hat bewiesen, daß man als Atheist ein edler und tüchtiger Mensch sein könne – die Besichtigung der Leiche ergab, daß es sich um einen Raubmord handle – schon seit Jahren hatte sich herausgestellt, daß die Räume unzureichend seien – als man die Kopfhaut entfernte, sah man, daß die Schädeldecke vollständig entzwei geschnitten sei – zu meinem Schrecken entdeckte ich, daß der junge Graf nicht einmal orthographisch schreiben könne – die Sammlung tritt sehr bescheiden auf und läßt keinen Zweifel darüber, daß die Zeit des Sturms und Dranges vorüber sei. Was bewiesen, gesehen, entdeckt worden ist, sich ergeben, sich herausgestellt hat, nicht bezweifelt werden kann, das müssen doch Tatsachen sein. Weshalb soll man sich scheuen, solche Tatsachen anzuerkennen?

Dieser Fehler kommt denn auch verhältnismäßig selten vor. Um so öfter wird der entgegengesetzte Fehler begangen, daß nach Zeitwörtern, die eine bloße Meinung oder Behauptung ausdrücken, der Indikativ gesetzt wird, obwohl der Redende oder Schreibende über die ausgesprochne Meinung oder Behauptung nicht das geringste Urteil abgeben, sondern sie als bloße Meinung oder Behauptung eines andern hinstellen will. Die Zeitwörter, hinter denen das geschieht, sind namentlich: glauben, meinen, fühlen, denken, annehmen, vermuten, voraussetzen, sich vorstellen, überzeugt sein, schließen, folgern, behaupten, sagen, lehren, erklären, versichern, beteuern, bekennen, gestehen, zugeben, bezweifeln, leugnen, antworten, erwidern, einwenden, berichten, melden, erzählen, überliefern, erfahren, vernehmen, hören u. a. Stehen diese Verba in dem Tempus der Erzählung, so setzt wohl jeder richtig den Konjunktiv dahinter, wiewohl sich auch Beispiele finden wie: er kam zu der Überzeugung, daß er zu alt war, sich noch den bildenden Künsten zu widmen. Aber wie, wenn sie im Präsens oder im Futurum stehen? Da wird geschrieben: man glaubt, daß die Diebe während der Fahrt in den Zug stiegen – der Ausschuß ist der Meinung, daß der Markt der geeignetste Platz für das Denkmal ist – der Herausgeber ist zu der Ansicht gekommen, das sich diese Rede Ciceros nicht für die Schule eignet – man kann dem Verfasser darin (d. h. in der Ansicht) beistimmen, daß sich das Juristendeutsch gegen früher bedeutend gebessert hat – jeder wird von einer Privatsammlung, die in den fünfziger Jahren genannt wurde, annehmen, daß sie heute nicht mehr besteht – man geht von der albernen Voraussetzung aus, daß Bach und Händel grobe Klötze gewesen sind – hier wirkt noch die alte Vorstellung, daß das Wesen eines Dinges in seinem Bilde steckt – die Rede ist von der Überzeugung erfüllt, daß das amerikanische Deutschtum mit der deutschen Sprache steht und fällt – man behauptet, daß das Lateinische zu schwer ist, als erste fremde Sprache gelernt zu werden – die Behauptung, daß dieser Aufsatz für die Zeitschrift kein Ruhmesblatt bildet, wird schwerlich auf Widerspruch stoßen – Marx sagt, daß keine neue Gesellschaft ohne die Geburtshilfe der Gewalt entsteht – man sagt, daß er sich von einem Priester taufen ließ – der Fremde, der die Ausstellung besucht, wird sagen, daß es der Berliner Kunst an Schwung und Phantasie gebricht – von glaubwürdiger Seite wird uns versichert, daß die Stimmung sehr flau war – die Legende erzählt, daß, als die Greisin noch ein schönes Mädchen war, sie eine tiefe Neigung zu einem jungen Krieger faßte – die Meldung, daß Morenga gefallen ist, wird durch einen amtlichen Bericht bestätigt – in Berliner Künstlerwerkstätten gilt noch heute die Überlieferung, daß Rauch nicht immer der große Mann gewesen ist, als den ihn die Nachwelt preist. In allen diesen Sätzen ist der Indikativ wahrhaft barbarisch. Doppelt beleidigend wirkt er, wenn in dem regierenden Satze die Meinung oder Behauptung, die im Nebensatze steht, ausdrücklich verneint wird, als falsch, als irrtümlich, als übertrieben, als unbewiesen bezeichnet wird. Und doch muß man täglich auch solche Sätze lesen wie: ich kann nicht zugeben, daß diese Satzfügung fehlerhaft ist – es kann nicht zugegeben werden, daß der große Zuzug der Bevölkerung die Ursache der städtischen Wohnungsnot ist – wir sind nicht zu der Annahme berechtigt, daß er sich durch die Mitgift der Frau zu der Heirat bewegen ließ – aus dieser Tabelle läßt sich keineswegs der Schluß ziehen, daß die Kost dürftig ist – daß der sozialistische Geschäftsbetrieb in diesen Industrien möglich ist, hat noch niemand bewiesen – ich kann nicht finden, daß Wagners Musik läutert – ich muß aufs entschiedenste bestreiten, das es in einem unsrer Schutzgebiete Sklavenmärkte gibt – daß das Kreuz erst in christlicher Zeit religiöse Bedeutung erhielt, kann man nicht behauptenniemand wird behaupten, daß es dem Architekten gleichgiltig sein kann, ob sein Ornament langweilig oder geistreich ist – die K. Zeitung geht zu weit mit der Behauptung, daß die beiden vorigen Sessionen des Landtags unfruchtbar gewesen sind – es wird schwerlich jemand dafür eintreten, daß die Ausführung dieses Planes möglich ist – es ist nicht wahr, daß man durch Arbeit und Sparen reich werden kannunwahr ist, daß Herr B. eine Sühne von 500 M. angeboten hat – es ist falsch, wenn der Verfasser behauptet, daß die Fehlerzahl den Ausschlag bei der Versetzung der Schüler gibt – es liegt nicht der leiseste Anhalt vor, daß eine neue Revision des Gesetzes beabsichtigt ist – mir ist nichts davon bekannt, daß das ausdrücklich betont worden ist – es ist unzutreffend, daß das Urteil bereits rechtskräftig geworden ist – die Volkszeitung hat sich direkt aus den Fingern gesogen, daß mich der Minister wegen meines patriotischen Verhaltens gelobt hat – ich kann nicht sagen, daß ich diese Woche große Freude an der Arbeit hatte – damit soll nicht gesagt sein, daß es der Sammlung ganz an duftigen Liederblüten fehlt – es soll damit nicht gesagt sein, daß Beethoven je populär werden kann – wir glauben widerlegt zu haben, daß der Schule in diesem Kampfe ein Vorwurf zu machen ist – wer hat bewiesen, daß die sittliche Höhe eines Künstlers der künstlerischen seiner Werke gleichstehen muß? (niemand!) – ist irgendwo offenbar geworden, daß der Abgeordnete sich seiner Aufgaben bewußt gewesen ist (nein!) usw. Welcher Unsinn, etwas in einem Atem zu leugnen oder zu bestreiten und zugleich als wirklich hinzustellen! Darauf laufen aber schließlich alle solche Sätze hinaus. Der Indikativ kann in solchen Fällen geradezu zu Mißverständnissen führen. Wenn einer schreibt: es ist falsch, daß die Arbeit ohne jeden Grund eingestellt worden ist – so kann man das auch so verstehen: sie ist ohne jeden Grund eingestellt worden, und das ist sehr dumm gewesen. Will einer deutlich sagen: sie ist nicht ohne Grund eingestellt worden, so muß er schreiben: es ist falsch, daß die Arbeit ohne jeden Grund eingestellt worden sei.