In den Galerien des Museums schritten sie mit Verwunderung an den ausgestopften Vierfüßlern vorbei, mit Vergnügen an den Schmetterlingen, mit Gleichgültigkeit an den Metallen; die Fossilien regten sie zu Träumen an, die Schal- und Muscheltiere langweilten sie. Sie spähten aufmerksam durch die Scheiben in die Treibhäuser, und sie erschauerten bei dem Gedanken, daß diese Gewächse Gifte absonderten. An der Zeder bewunderten sie, daß man sie in einem Hut herbeigeschafft hatte.

Im Louvre bemühten sie sich, für Raffael sich zu begeistern. Auf der großen Bibliothek hätten sie die genaue Zahl der Bände wissen mögen.

Einmal gingen sie in die arabische Vorlesung am Collège de France, und der Dozent war erstaunt, die beiden Unbekannten zu sehen, die nachzuschreiben versuchten. Dank der Hilfe Barberous drangen sie hinter die Kulissen eines kleinen Theaters. Dumouchel verschaffte ihnen Eintrittskarten für eine Sitzung der Akademie. Sie unterrichteten sich über die Entdeckungen, lasen Anzeigen, und durch diese Wißbegier entwickelte sich ihre Intelligenz. Fern an einem Horizont, der täglich sich erweiterte, nahmen sie Dinge wahr, die zugleich undeutlich und merkwürdig waren.

Wenn sie ein altes Möbel bewunderten, bedauerten sie, daß sie nicht zu der Zeit gelebt hatten, da man sich seiner bediente, obgleich sie nicht die geringste Kenntnis über jene Zeit hatten. Bei gewissen Namen dachten sie sich Länder, die um so schöner waren, je ungenauer ihre Vorstellung davon war. Die Werke, deren Titel für sie unverständlich waren, schienen ihnen ein Geheimnis zu umschließen.

Und wenn sie keine Gedanken mehr hatten, so litten sie um so mehr. Wenn auf der Straße eine Post ihren Weg kreuzte, wandelte die Lust sie an, mit ihr abzureisen. Der Blumenkai erregte ihnen Sehnsucht nach dem Landleben.

Eines Sonntags setzten sie sich gleich am Morgen in Marsch; sie nahmen ihren Weg über Meudon, Bellevue, Suresnes, Auteuil und trieben sich den ganzen Tag lang zwischen den Weinbergen umher, rissen am Rande der Felder Mohn aus, schliefen im Grase, tranken Milch, aßen unter den Akazien der Wirtshäuser und kamen sehr spät heim, bestaubt, erschöpft, entzückt. Sie wiederholten diese Spaziergänge oft. Am folgenden Tage waren sie so traurig, daß sie sie schließlich aufgaben.

Die Eintönigkeit des Bureaus wurde ihnen verhaßt. Immer und ewig das Radiermesser und der Sandarak, dasselbe Tintenfaß, dieselben Federn und dieselben Gefährten! Da sie sie für dumm erachteten, sprachen sie immer weniger mit ihnen. Das trug ihnen Hänseleien ein. Sie kamen jeden Tag nach Beginn, und sie erhielten Verweise.

Früher waren sie beinahe glücklich gewesen; aber ihre Tätigkeit demütigte sie, seitdem sie sich mehr achteten, und sie bestärkten sich in diesem Widerwillen, begeisterten sich gegenseitig, verdarben sich. Pécuchet nahm das ungestüme Wesen Bouvards an, auf Bouvard ging etwas von der Grämlichkeit Pécuchets über.

„Ich möchte Kunstreiter auf den öffentlichen Plätzen werden!“ sagte der eine.

„Wäre ebensogern Lumpensammler!“ sagte der andere.