Larsoneur gestand in einem Postskriptum, er habe Lust, dieses Gefäß kennenzulernen, was sich bald einmal machen lassen würde, wenn er seine Reise in die Bretagne ausführe.

Da vergruben sich Bouvard und Pécuchet in die keltische Archäologie.

Dieser Wissenschaft zufolge beteten die alten Gallier, unsere Vorfahren, Kirk und Kron, Taranis, Esus, Netalemnia, den Himmel und die Erde, den Wind und die Wasser an, — und über alles den großen Teutates, welcher der Saturn der Heiden ist. Denn als Saturn in Phönizien herrschte, erkor er sich eine Nymphe namens Anobret zur Gattin, von der er ein Kind mit Namen Jeüd hatte, — und Anobret hat die Züge Saras, Jeüd wurde geopfert (oder doch beinahe) wie Isaak; — also ist Saturn Abraham, woraus man schließen muß, daß die Religion der Gallier denselben Ursprung hat wie die der Juden.

Ihr Gemeinwesen war sehr gut geordnet. Die erste Klasse von Leuten umfaßte das Volk, den Adel und den König, die zweite die Rechtsgelehrten, — und in der dritten, der höchsten, gliederten sich nach Taillepied „die verschiedenen Arten von Philosophen“, nämlich Druiden oder Saroniden, die selbst wieder in Eubages, Bardes und Vates eingeteilt wurden.

Die einen verkündeten die Zukunft, andere sangen, noch andere lehrten Botanik, Medizin, Geschichte und Literatur, kurz „alle Künste ihrer Zeit“. Pythagoras und Plato waren ihre Schüler. Sie brachten den Griechen die Metaphysik bei, den Persern die Hexenkunst, den Etruskern die Opferschau, — und den Römern das Verzinnen des Kupfers und den Schinkenhandel.

Doch von diesem Volke, das die Alte Welt beherrschte, sind nur noch Steine übriggeblieben, die entweder ganz alleinstehen oder in Gruppen zu dreien, oder in Galerien angeordnet sind oder Einfriedigungen bilden.

Bouvard und Pécuchet studierten voller Eifer nacheinander den Stein von Post zu Ussy, den Doppelstein im Guest, den Stein von Darier bei Aigle und andere!

Alle diese Blöcke, von denen ihnen der eine nicht mehr sagte als der andere, langweilten sie bald, und eines Tages, als sie den Menhir von Passais gesehen hatten, waren sie im Begriff, zurückzukehren, als ihr Führer sie in einen Buchenhain führte, der mit Granitmassen angefüllt war, die Sockeln oder ungeheuren Schildkröten glichen.

Die bedeutendste ist wie ein Becken gehöhlt. Einer der Ränder ist höher, und vom Boden gehen zwei Einschnitte bis zur Erde hinab; das war für das Abfließen des Blutes, unmöglich, daran zu zweifeln. Der Zufall bringt so etwas nicht hervor.

Baumwurzeln schlangen sich um diese rohen Sockel. Es fiel ein wenig Regen. In der Ferne stiegen Nebelstreifen gleich großen Gespenstern. Es kostete geringe Mühe, sich unter dem Laubwerk Priester in goldener Tiara und weißem Gewande zu denken, mit ihren Menschenopfern, deren Arme auf dem Rücken zusammengebunden waren, — und am Rande des Beckens die den roten Strom beobachtende Priesterin, während die Menge ringsumher heulte zum Lärm der Cymbeln und der aus Auerochsenhorn gemachten Trompeten.