Sogleich stand ihr Plan fest.

Und in einer mondhellen Nacht nahmen sie ihren Weg zum Friedhof, wie Diebe im Schatten der Häuser gehend. Die Fensterläden waren geschlossen, und die Höfe lagen in Schweigen; nicht ein Hund bellte.

Gorju begleitete sie; sie machten sich ans Werk. Man hörte nur die Steine klingen, die von dem den Grasboden höhlenden Scheit getroffen wurden.

Die Nachbarschaft der Toten war ihnen unangenehm; die Uhr der Kirche gab ein fortwährendes Röcheln von sich, und die Rose in ihrem Giebelfelde sah aus wie ein Auge, das die Tempelschänder erspäht. Endlich brachten sie das Gefäß fort.

Am folgenden Tage gingen sie wieder zum Friedhofe, um zu sehen, welche Spuren ihre Tätigkeit hinterlassen.

Der Abbé, welcher vor der Tür frische Luft schöpfte, bat sie, ihm die Ehre eines Besuches zu erweisen; und nachdem er sie in seinen kleinen Saal geführt, blickte er sie in sonderbarer Weise an.

Auf der Anrichte stand zwischen den Tellern eine Suppenschüssel, die mit gelben Sträußen bemalt war.

Pécuchet rühmte sie, da er nicht wußte, was er sagen sollte.

„Das ist ein altes Rouenner Stück,“ erwiderte der Pfarrer, „ein Erbstück. Die Kenner, besonders Herr Marescot, schätzen es.“

Er selber habe, Gott sei Dank, keine Vorliebe für Sehenswürdigkeiten; — und da sie ihn nicht zu verstehen schienen, erklärte er, er habe selbst gesehen, wie sie das Taufbecken entwendeten.