Die beiden Archäologen waren sehr verblüfft, stotterten. Der fragliche Gegenstand sei nicht mehr in Gebrauch.
Gleichviel! sie müßten ihn herausgeben.
Ohne Zweifel! Aber man möge ihnen wenigstens erlauben, einen Maler kommen zu lassen, um ihn abzuzeichnen.
„Einverstanden, meine Herren.“
„Die Sache bleibt unter uns, nicht wahr?“ sagte Bouvard, „unter dem Siegel des Beichtgeheimnisses!“
Der Geistliche beruhigte sie lächelnd mit einer Bewegung.
Nicht ihn hatten sie zu fürchten, sondern vielmehr Larsoneur. Wenn er durch Chavignolles kommen würde, würde er nach dem Gefäß lüstern werden, — und seine Redereien darüber würden der Regierung zu Ohren kommen. Aus Vorsicht versteckten sie es im Backhaus, dann in der Laube, in der Hütte, in einem Schrank. Gorju war müde, es herumzuschleppen.
Der Besitz eines solchen Stückes verknüpfte sie mit dem Keltizismus der Normandie.
Sein Ursprung liegt in Ägypten. Séez im Ornekreise wird zuweilen Saïs, wie die Stadt des Delta, geschrieben. Die Gallier schworen beim Stier, was eine Verpflanzung des Apiskultes war. Der lateinische Name „Bellocastes“, welcher der der Bewohner von Bayeux war, kommt von Beli Casa, Wohnung, Heiligtum des Belus. Belus und Osiris sind die gleiche Gottheit. „Nichts steht dem im Wege,“ sagt Mangou de la Londe, „daß es bei Bayeux druidische Denkmäler gegeben habe.“ — „Dieses Land“, fügt Herr Roussel hinzu, „ähnelt dem Lande, in welchem die Ägypter den Tempel des Jupiter Ammon bauten.“ Also gab es einen Tempel, und noch dazu einen, der Schätze beherbergte. Alle keltischen Bauwerke beherbergen solche.
Im Jahre 1715 grub, so berichtet Dom Martin, ein Herr Héribel in der Umgegend von Bayeux mehrere mit Gebeinen gefüllte Tongefäße aus — und schloß (der Überlieferung und entschwundenen Autoritäten folgend), daß dieser Ort, eine Totenstadt, der Berg Faunus sei, wo man das goldene Kalb verscharrt habe.