Pécuchet benutzte die allgemeine Biographie zum Nachschlagen und unternahm es, Dumas auf die wissenschaftliche Richtigkeit zu prüfen.

In den „Beiden Dianen“ irrt sich der Verfasser bezüglich der Daten. Die Hochzeit des Dauphins François fand am 15. Oktober 1548 statt und nicht am 20. März 1549. Wie kann er wissen (vergl. den „Pagen des Herzogs von Savoyen“), daß Katharina von Medici nach dem Tode ihres Gatten den Krieg wieder beginnen wollte? Es ist wenig wahrscheinlich, daß man den Herzog von Anjou des Nachts in einer Kirche gekrönt hat, eine Episode, welche die „Dame von Montsoreau“ ziert. Die „Königin Margot“ im besonderen wimmelt von Irrtümern. Der Herzog von Nervers war nicht abwesend. Er stimmte vor Saint-Barthélemy im Rat ab, und Heinrich von Navarra folgte nicht der Prozession vier Tage später. Heinrich III. kam so schnell nicht aus Polen zurück. Zudem, wieviel Gewäsch. Das Wunder des Weißdorns, der Balkon Karls IX., die vergifteten Handschuhe der Jeanne d’Albert: Pécuchet hatte kein Vertrauen mehr zu Dumas.

Er verlor sogar alle Achtung vor Walter Scott wegen der Schnitzer in „Quentin Durward“. Die Ermordung des Bischofs von Lüttich ist um vierzehn Tage früher gelegt. Die Frau Roberts von Lamarck war Johanna von Arschel und nicht Hameline von Croy. Weit entfernt, von einem Soldaten getötet zu werden, wurde er vielmehr von Maximilian umgebracht, und das Antlitz des Kühnen drückte, als man seinen Leichnam fand, keineswegs eine Drohung aus, da die Wölfe es halb zernagt hatten.

Trotzdem setzte Bouvard die Lektüre Walter Scotts fort, langweilte sich jedoch schließlich bei der Wiederholung derselben Effekte. Gewöhnlich lebt die Heldin mit ihrem Vater auf dem Lande, und der Liebhaber, ein gestohlenes Kind, wird wieder in seine Rechte eingesetzt und triumphiert über seinen Nebenbuhler. Stets finden sich ein philosophischer Bettler, ein mürrischer Schloßherr, unschuldige junge Mädchen, spaßige Diener und endlose Dialoge, eine dumme Prüderie, ein vollständiger Mangel an Tiefe.

Aus Haß gegen den Plunder griff Bouvard zu George Sand.

Er begeisterte sich für die schönen Ehebrecherinnen und die edlen Liebhaber, hätte Jacques, Simon, Bénédict, Lélio sein und in Venedig wohnen mögen. Er seufzte, wußte nicht, was er hatte, fand sich selbst verändert.

Pécuchet, der die historische Literatur bearbeitete, studierte die Theaterstücke.

Er verschlang zwei Pharamonds, drei Chlodwige, vier Karl der Große, mehrere Philippe-Auguste, eine Menge Jungfrauen von Orleans und sehr viele Marquisen von Pompadour und Verschwörungen von Cellamare.

Fast alle erschienen ihm noch dümmer als die Romane. Denn für das Theater gibt es eine konventionelle Geschichte, die nichts zu zerstören vermag. Ludwig XI. wird nicht verfehlen, vor den Figurinen seines Hutes niederzuknien; Heinrich IV. wird beständig jovial sein; Maria Stuart weinerlich, Richelieu grausam, kurz, alle Charaktere erscheinen aus einem Stück, aus Liebe zu einfachen Ideen und aus Achtung vor der Unwissenheit, so daß der Dramatiker, anstatt zu erheben, hinabzieht, anstatt zu belehren, verdummt.