Eine solche Behauptung brachte Bouvard und Pécuchet aus der Fassung, und sie machten sich an das Studium der Grammatik.
Haben wir in unserer Sprache den bestimmten und den unbestimmten Artikel wie im Latein? Die einen sagen ja, die anderen nein. Sie wagten nicht, sich zu entscheiden.
Das Subjekt stimmt stets mit dem Verb überein, ausgenommen in den Fällen, wo das Subjekt nicht mit ihm übereinstimmt.
Früher unterschied man nicht zwischen dem Verbaladjektiv und dem Partizip des Präsens; doch die Akademie stellt eine Unterscheidung auf, die wenig bequem zu erfassen ist.
Sie waren glücklich, zu erfahren, daß „leur“ als Pronomen von Personen, aber auch von Sachen gebraucht wird, während „où“ und „en“ von Sachen und zuweilen von Personen gebraucht werden.
Soll man sagen „Cette femme a l’air bon“ oder „l’air bonne“? — „une bûche de bois sec“ oder „de bois sèche“, — „ne pas laisser de“ oder „que de“, — „une troupe de voleurs survint“ oder „survinrent“?
Weitere Schwierigkeiten: „Autour“ und „à l’entour“, zwischen denen Racine und Boileau keinen Unterschied machten; — „imposer“ oder „en imposer“, Synonyme bei Massillon und Voltaire; „croasser“ und „coasser“, die von Lafontaine verwechselt werden, der doch einen Raben von einem Frosch unterscheiden konnte.
Die Grammatiker sind sich allerdings nicht einig. Diese sehen eine Schönheit, wo jene einen Fehler entdecken. Sie stellen Prinzipien auf, deren Folgen sie nicht gelten lassen wollen, und sie erkennen Folgen an, deren Prinzipien sie ablehnen, stützen sich auf die Überlieferung, verwerfen die Meister und haben sonderbare Feinheiten. Ménage gibt „nentilles“ und „castonade“ den Vorzug vor „lentilles“ und „cassonade“. Bouhours verlangt „jérarchie“ und nicht „hiérarchie“ und Herr Chapsal „les œils de la soupe“.
Pécuchet besonders war über Jénin erstaunt. Wie? „des z’annetons“ sollte besser sein als „des hannetons“, „des z’aricots“ als „des haricots“, — und unter Ludwig XIV. sprach man „Roume“ und Herr von „Lioune“ aus, anstatt „Rome“ und Herr von „Lionne“!
Littré gab ihnen den Gnadenstoß durch die Versicherung, daß es niemals eine wirkliche Rechtschreibung gegeben habe, und daß es niemals eine geben werde.