Sie schlossen daraus, daß die Syntax Phantasie und die Grammatik Täuschung sei.
Übrigens verkündete zu jener Zeit eine neue Rhetorik, man solle schreiben wie man spricht, und alles werde sich gut ausnehmen, wofern man nur empfunden, beobachtet habe.
Da sie empfunden und ihrer Ansicht nach auch beobachtet hatten, hielten sie sich der Schriftstellerei für fähig; ein Theaterstück wird durch die Enge des Rahmens schwierig, doch der Roman hat größere Freiheit. Sie suchten, um einen zu schreiben, nach Stoff in ihren Erinnerungen.
Pécuchet erinnerte sich eines seiner Bureauchefs, eines ganz niederträchtigen Menschen, und der Ehrgeiz packte ihn, sich an ihm durch ein Buch zu rächen.
Bouvard hatte in der Kneipe einen alten Schreiblehrer gekannt, einen Trunkenbold und heruntergekommenen Menschen. Nichts wäre spaßiger als diese Persönlichkeit.
Nach Verlauf einer Woche gedachten sie, diese Vorwürfe in einen zu verschmelzen, — und dabei blieben sie stehen, gingen zu den folgenden über: eine Frau, die das Unglück einer Familie verursacht, — eine Frau, ihr Gatte und ihr Liebhaber, — eine Frau, die infolge fehlerhafter Bildung tugendhaft ist, ein Ehrgeiziger, ein schlechter Priester.
Sie versuchten mit diesen unbestimmten Konzeptionen Dinge zu verbinden, die ihr Gedächtnis ihnen lieferte, kürzten, fügten hinzu.
Pécuchet war für Empfindung und Gedanken, Bouvard für das Bild und die Farbe, — und sie fingen an, einander nicht mehr zu verstehen; jeder war erstaunt, den andern so beschränkt zu finden.
Die Wissenschaft, welche man Ästhetik nennt, würde vielleicht ihre Meinungsverschiedenheiten beseitigen. Ein Freund Dumouchels, Professor der Philosophie, schickte ihnen ein Verzeichnis von Werken über die Materie. Sie arbeiteten jeder für sich und teilten einander ihre Betrachtungen mit.