Zunächst, was ist das Schöne?
Für Schelling ist es das Unendliche, das sich im Endlichen ausdrückt; für Reid eine okkulte Eigenschaft; für Jouffroy ein unteilbares Etwas; für De Maistre das, was der Tugend gefällt; für den Pater André das, was der Vernunft entspricht.
Und es gibt mehrere Arten des Schönen: ein Schönes in den Wissenschaften, die Geometrie ist schön; ein Schönes in den Sitten, man kann nicht bestreiten, daß der Tod des Sokrates schön sei. Ein Schönes im Tierreich. Die Schönheit des Hundes besteht in seinem Geruch. Ein Schwein kann nicht schön sein in Anbetracht seiner unreinen Gewohnheiten; eine Schlange ebenfalls nicht, denn sie erweckt in uns Gedanken von Niedertracht.
Blumen, Schmetterlinge, Vögel können schön sein. Schließlich ist die erste Bedingung des Schönen die Einheit in der Mannigfaltigkeit; das ist das Prinzip.
„Indessen,“ sagt Bouvard, „sind zwei schielende Augen abwechslungsreicher als zwei gerade blickende und machen doch einen weniger guten Eindruck — gewöhnlich wenigstens.“
Sie machten sich an die Frage des Erhabenen.
Gewisse Dinge sind an und für sich erhaben, das Getöse eines Stromes, tiefe Finsternis, ein durch einen Sturm umgerissener Baum. Ein Charakter ist schön, wenn er triumphiert, und erhaben, wenn er kämpft.
„Ich verstehe,“ sagte Bouvard, „das Schöne ist das Schöne und das Erhabene das Sehrschöne.“ — Wie die beiden unterscheiden?
„Vermittels des Takts,“ sagte Pécuchet.
„Und der Takt, woher kommt der?“