Gorju fesselte sie durch sein freches Mundwerk, lehrte sie Beinstoßen, nahm die Busenfreunde mit zum Trunke zu Frau Castillon.
Doch die Bauern waren stärker an Zahl, und an Markttagen ging Herr von Faverges auf dem Platze umher und unterrichtete sich über ihre Bedürfnisse, versuchte sie zu seinen Ansichten zu bekehren. Sie hörten ihn an, ohne zu antworten, wie der Vater Gouy, der bereit war, jede Regierung anzunehmen, vorausgesetzt, daß die Steuern herabgesetzt würden.
Durch sein vieles Schwatzen machte sich Gorju einen Namen. Vielleicht würde man ihn zum Abgeordneten wählen.
Herr von Faverges dachte in diesem Punkte wie er, während er zugleich vermied, sich bloßzustellen. Die Konservativen schwankten zwischen Foureau und Marescot. Da jedoch der Notar sein Bureau nicht im Stich lassen wollte, wurde Foureau ausersehen; ein Bauer, ein Idiot. Der Doktor war darüber entrüstet.
In allen Wettbewerben um eine Anstellung durchgefallen, sehnte er sich nach Paris, und das Bewußtsein eines verfehlten Lebens gab ihm eine mürrische Miene. Eine höhere Laufbahn sollte sich ihm nun eröffnen; welch eine Vergeltung! Er faßte ein politisches Glaubensbekenntnis ab und ging zu den Herren Bouvard und Pécuchet, um es ihnen vorzulesen.
Sie beglückwünschten ihn dazu; ihre Ansichten wären die gleichen. Indessen schrieben sie einen besseren Stil, kannten die Geschichte, hätten sich in der Kammer ebensogut wie er ausgenommen. Warum nicht? Doch wer von beiden sollte sich aufstellen? Und ein Kampf zarter Rücksichten begann.
Pécuchet gab dem Freunde den Vorzug vor sich selber.
„Nein, das kommt dir zu! Du siehst stattlicher aus!“
„Vielleicht,“ antwortete Bouvard, „aber du bist sicherer im Auftreten.“ Und ohne die schwierige Frage zu lösen, stellten sie Verhaltungsmaßregeln für sich auf.